Der Eingang zur Anna-Seghers-Gedenkstätte
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der weltbekannten Autorin Netty Radványi, geborene Reiling, Beiname Anna Seghers (1900-1983), waren 1933 aus existentiellem Grunde unterwegs. Nach der Flucht ihrer Besitzerin aus Deutschland - zunächst über die Schweiz nach Frankreich - gelang es den Eltern in Mainz, wenigstens die Bibliothek der Tochter in letzter Minute aus Berlin ins Rheinland zu retten. An einem der finstersten Tage der jüngeren deutschen Geschichte, am 10. Mai 1933, gerieten dennoch eingezogene Exemplare ihrer bis dahin verfassten Bücher auf den Scheiterhaufen. Berlin, Opernplatz: Fanatiker eines faschistischen "Kampfausschusses wider den undeutschen Geist" entfachten bei strömendem Regen mit großen Benzinmengen ein Stapelfeuer. Unter dem Skandieren dumm-pathetischer "Feuersprüche" warfen sie eine Stunde vor Mitternacht Bücher jüdischer, marxistischer und pazifistischer Schriftsteller in die Flammen - darunter Ausgaben der beiden bedeutendsten Frühwerke der Seghers, "Der Aufstand der Fischer von St. Barbara" (1928), die Geschichte einer Erhebung, deren Scheitern versteckte Zeichen späteren Erfolges trägt, und "Die Gefährten" (1932), die Schilderung von Emigrantenschicksalen aus ihrer Heidelberger Studienzeit.