Stolz weht die Berliner Fahne auf dem Rathaus Schöneberg - das Rathaus, das denkwürdige Ereignisse in der Geschichte Berlins miterlebt hat. Denn das Rathaus
Blick auf das Rathaus Schöneberg
Foto: © Katja Xenikis
Schöneberg wurde ein Symbol der Teilung Berlins. Die Geschichte des Rathauses Schöneberg fing 1874 an, als ein Rathaus am Kaiser-Wilhelm-Platz erbaut wurde. 1891/92 wurde es durch einen Neubau ersetzt. 1898 erhielt Schöneberg Stadtrechte. Erst 1911-14 wurde das heutige Rathaus - an seinem jetzigen Ort - von den Architekten Jürgensen und Bachmann errichtet. 1920 verlor Schöneberg seine Stadtrechte und wurde in Groß-Berlin eingemeindet. Doch seine Bedeutung erreichte das Rathaus Schöneberg erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Nach der Teilung Berlins wurde das Rathaus Schöneberg zum politischen Mittelpunkt Berlins. Hier war von 1948-1990 der Sitz des Senats von Berlin. Zahlreiche Demonstrationen und Proteste fanden vor dem Rathaus statt.
Die Freiheitsglocke, John F. Kennedy und der Rudolph-Wilde Park
1950 bekam das Rathaus Schöneberg eine Freiheitsglocke; als Vorbild diente die amerikanische Liberty Bell in Philadelphia. "That this world under God shall have a
new birth of freedom." (Übersetzung: Möge diese Welt mit Gottes Hilfe eine Wiedergeburt der Freiheit erleben), lautet die Inschrift der Freiheitsglocke. Finanziert wurde die Freiheitsglocke von Millionen Amerikanern, die fleißig spendeten. Die Freiheitsglocke wurde in England gegossen und am 24. Oktober im Rathaus Schöneberg aufgehängt. Sie läutet jeden Tag um 12 Uhr. Sonntags kann man ihr Geläut im Deutschlandradio Kultur hören. Die Freiheitsglocke ist übrigens die größte Glocke Berlins!
"Ich bin ein Berliner", verkündete der amerikanische Präsident John. F. Kennedy in seiner berühmten Rede am 26. Juni 1963 vor dem Rathaus Schöneberg während seines Berlin Besuches. Wenige Monate später war er tot; ermordet am 22. November 1963 in Dallas, Texas. Eine Bronzetafel am Haupteingang zum Rathaus erinnert an John. F. Kennedy.
Heute dient das Rathaus wieder nur dem Bezirk Schöneberg - und neuerdings auch Tempelhof. Denn seit 2001 bilden sie den Doppelbezirk Tempelhof-Schöneberg. Das Rathaus Schöneberg liegt am John-F.-Kennedy-Platz, der früher Rudolph-Wilde-Platz hieß. Rudolph Wilde (1857-1910) war der erste Bürgermeister der Stadt Schöneberg. Er tat viel für die städtebauliche Entwicklung Schönebergs. So veranlasste er den Bau der heutigen U4, die vom Innsbrucker Platz zum Nollendorfplatz führt. Diese U-Bahnstrecke wurde damals eigens für die Stadt Schöneberg gebaut!
Der relativ kleine Rudolph-Wilde-Park geht in den Volkspark Wilmersdorf über. Ein architektonisches Wunder im Park ist die Carl-Zuckmeier-Brücke, denn unter ihr liegt der U-Bahnhof Schöneberg. Sehenswert ist auch der Hirschbrunnen (1912) von August Gaul. Der Hirsch ist übrigens das Wappentier Schönebergs!
Text: R.H.
Daten & Fakten :
| Bauzeit: |
1911–1914 |
| Eröffnung: |
1914 |
| Höhe vom Turm: |
70m |
| Baustoff: |
Sandstein |
Adresse:
Rathaus Schöneberg
John-F.-Kennedy-Platz 1
10825 Berlin
Wie man hinkommt:
Bus: 104, M46
U-Bahn: U4,U7
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