Berlin-Mitte: pulsierendes Herz der Hauptstadt :

Nicht umsonst sind hier, in Berlin-Mitte, fast alle Berliner Institutionen von
Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung sowie die meisten Botschaften gelegen:
Berlin Mitte
Das Rote Rathaus und der Fernsehturm
in Berlin-Mitte / Foto © Fux
Mitte ist das Filetstück, das pochende Herz mitten im bunten Bezirke-Patchwork, das die Hauptstadt mit ihren vielen Gesichtern ausmacht. In Mitte - der Bezirk wird übrigens immer ohne Artikel gesprochen - sind außerdem fast alle wichtigen Sehenswürdigkeiten versammelt.
Als weithin sichtbare Landmarke ragt der Fernsehturm in der Nähe des Alexanderplatzes und des Roten Rathauses in den Himmel. In der Prachtstraße Unter den Linden befinden sich gleich eine ganze Reihe wichtiger Gebäude, darunter z.B. die Staatsoper, das Kronprinzenpalais, die neue Wache und die Humboldt-Universität. Am oberen Ende der Flaniermeile, am Pariser Platz, erhebt sich das Brandenburger Tor, das wohl meistfotografierte Sightseeing-Highlight Berlins.
Auch auf der Museumsinsel, der Schatztruhe der Stadt, tummeln sich Touristen und Kunstfreunde. Sie strömen vor allem in das Pergamon- und das Bodemuseum und in die Alte Nationalgalerie. Kulturliebhaber kommen zumeist auch nicht um den Gendarmenmarkt herum, der mit Deutschem und Französischem Dom und dem imposanten Konzerthaus den in vielen Augen schönsten Platz Berlins ausmacht. Im Bereich der nahegelegenen Friedrichstraße und der Oranienburger Straße locken Friedrichsstadtpalast, Hackesche Höfe und die Neue Synagoge.

Der Bezirk Mitte in Berlin


Wo genau allerdings das absolute Zentrum von Berlin liegt, ist umstritten.
Für manche ist es das Brandenburger Tor, für manche wiederum ist der Potsdamer Platz Berlins neues Zentrum des 21.Jahrhunderts. Hundertprozentig klar ist auch nicht, was man überhaupt genau als Mitte bezeichnen kann.

Bis zur Verwaltungsreform 2001 war Mitte ein eigenständiger Bezirk. Nach der Fusion gehören auch Wedding und Tiergarten zu zum neuen Bezirk Mitte, sehr zum Mißfallen einiger Berliner, die sich gern als "echte Mitte-Kinder" bezeichnen. Der 1920 gegründete Bezirk umfasst das Kerngebiet des alten Berlins, wobei bei der Abgrenzung einige der historischen Stadtteile durchschnitten und auf mehrere Bezirke aufgeteilt worden sind. So heißen die Stadttore der alten Akzisemauer nicht etwa nur Brandenburger Tor.
Einige Bezeichnungen, die auf weitere Stadttore hinweisen, liegen mit dem Frankfurter Tor bzw. dem Kottbusser Tor im angrenzenden Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Zumindest jene Stelle, wo sich die ersten Siedler vor langer Zeit an einer Spreegabelung niederließen, liegt noch immer in Mitte. Fischer sollen es gewesen sein, die auf der erhöhten Sandbank einen Marktflecken herausbildeten. Daher hat sich der Name "Fischerinsel" auch als Bezeichnung für die historische Wiege Berlins gehalten. Am Molkemarkt stand der Roland von Berlin als Symbol für das Stadtrecht.

Sehenswürdigkeiten im Berliner Bezirk Mitte


Später wanderte er auf die gegenüberliegende Spreeseite ans Märkische Museum, wo er heute noch steht.
Auf der Suche nach Berlins historischer Mitte kommt man natürlich auch um das Stadtschloss nicht herum, ein imposantes Hohenzollernschloss, das schon lange nicht mehr existiert. Rund 500 Jahre lang prägte es nicht nur das Stadtbild, sondern auch brandenburgisch-preußische Geschichte. Nachdem es im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt wurde, verzichtete die DDR-Regierung zu Gunsten der Neugestaltung des Stadtzentrums auf die Wiederherstellung der Schlossruine. Stattdessen wurde an selber Stelle 1976 feierlich der Palast der Republik eröffnet. Nach der Wende stellte der kupfern schimmernde Glasbau jedoch nur noch eine sinnentleerte Hülle dar, wurde zunächst asbestsaniert und Jahre später langwiehrig rückgebaut.
Der Rückbau soll 2009 fertig sein. Mittlerweile ist es beschlossene Sache, dass das alte Schloss in seinen beeindruckenden Ausmaßen wieder rekonstruiert werden soll - eine überaus kostspielige Angelegenheit, die verständlicherweise nicht allen Berlinern gut schmeckt. Das Hauptargument der Kritiker lautet: eine Demokratie braucht als ihr Zentrum kein Schloss. Befürworter hingegen freuen sich auf ein neues historisches Zentrum, ein Schmuckstück, an dem die Stadtgeschichte sozusagen in guten wie in bösen Zeiten manifestiert ist. Und ob dieses Zentrum dann nun echt ist oder nicht, daran stört sich der Berliner ohnehin nicht. Er ist froh, wenn das ehemals durch die Mauer zerrissene Herz seiner Stadt überhaupt wieder richtig schlägt. Ob dafür das alte Schloss wieder implantiert werden muss, bleibt Ansichtssache.
( Text: A.K. )

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