Ein Bild vom Werbellinsee von -wn-
überreichen Stechlin. Es hieß, dass er, nach eigener Aussage Spross einer gewaltfreien saarländischen Bergarbeiterfamilie, an Luderplätzen und in Gattern von Vasallen zusammengetriebenes Rotwild mit unerwarteten Nahschüssen lustvoll exekutierte. Bezeugt ist auch, dass der Extrem-Weidmann mit dem unstillbaren Erlegungsdrang im schwindenden Büchsenlicht des 8. November 1989 ein letztes Jagderlebnis hatte - kurz bevor ihm in Berlin selbst das Halali geblasen worden war. Mit einem Rückenschuß machte er einen durch Brunft und polygame Paarung geschwächten Platzhirsch grämlich nieder; es geschah unweit des Jagdschlosses Hubertusstock am unteren Nordwestufer des Sees. Der alternde Nimrod liebte diese im Moment des ausgelösten Schusses selbstbewusste, volltönende und jeden Widerspruch abweisende Sprache der Waffe. Ließ ihn der Schuß doch für Sekunden seine lebenslange Last vergessen: das Gefühl minderwertig zu sein - die Ursache für sein logopädisches Problem, das Silben schluckende Nuscheln. Nie mehr würde er diese wunderbare, innerlich so frei machende Kleindetonation hören. Die Staatsjagd war beendet.