Sir Simon Rattle: der Aristokrat an der Spitze der Berliner Philharmonie

Er gehört zu den gefeiertsten Star-Dirigenten der Welt: Sir Simon Rattle ist in den Konzertsälen in aller Welt gefragt. Seine Wahlheimat aber ist Berlin. Gesichert ist dies zumindest bis 2018. Denn bis dahin läuft Sir Simon Rattles Vertrag als Chefdirigent des traditionsreichen Orchesters der Berliner Philharmoniker.

2002 war der gebürtig aus Liverpool stammende Brite Sir Simon Rattle mit einem 10-Jahresvertrag nach Berlin gekommen. Zuvor hatte er 18 Jahre beim City of Birmingham Symphony Orchestra (CBSO) verbracht - seit 1990 als Chefdirigent. In dieser Zeit reiste Rattle im Rahmen zahlreicher erfolgreiche Tourneen durch Europa, in die USA und nach Fernost, ein Engagement für das er 1999 bei den "South Bank Show Awards" mit dem "Outstanding Achievement" ausgezeichnet wurde. Als Rattle nach Berlin kam und das Amt des Chefdirigenten der Philharmoniker übernahm, löste er damit Claudio Abbado ab. Zuvor hatte der legendäre Herbert von Karjan 34 Jahre lang das ehrenvolle Amt inne.

Sir Simon Rattle in Berlin


Mit Sir Simon Rattle weht endgültig ein anderer Wind als unter Altmeister Karajan. Mit ihm ist das Orchester in die Postmoderne aufgebrochen - was Rattle nicht immer nur jubelnde Zustimmung bescherte. So wird Rattle etwa vorgeworfen, er habe den seit Furtwänglers und Karajans Zeiten in Berlin gepflegten deutschen Klang und das romantisch-schwelgerische Pathos verlernt. Ungewöhnlich bzw. neu ist auch Rattles großes Engagement für die Nachwuchsförderung. Bereits zu Beginn seiner ersten Spielzeit 2002/2003 rief Rattle das Education-Programm "Zukunft@Bphil" ins Leben. Bekannt geworden ist Rattle damit insbesondere durch den Dokumentarfilm "Rhythm Is It!", der auch auf den Berliner Filmfestspielen umjubelt und mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet worden ist. Dabei studierten 250 Berliner Kinder und Jugendliche aus 25
Nationen mit dem Choreographen Royston Maldoom ein Tanzprojekt zur Musik von Stravinskys "Sacre du Printemps" ein. Das Konzert wurde schließlich - von den Berliner Philharmonikern begleitet - in der "Arena" in Treptow aufgeführt.

Preisgekrönt ist jedoch nicht nur "Rhythm Is It!", sondern auch Sir Simon Rattle selbst. Die Liste liest sich lang - unmöglich, alle aufzuzählen. Die wichtigsten darunter sind sicherlich die drei Grammys, die er seine virtuose Arbeit und sein außerordentlich breit gefächertes Repertoire bereits erhalten hat. Darüber hinaus wurde er von der englischen Königin Elisabeth II. als Knight Bachelor in den Adelsstand erhoben. Ehrendoktorwürden der Universitäten Birmingham, Leeds, Liverpool und Oxford und 1987 die Verleihung des britischen Verdienstordens CBE schließen sich an. Der Echo-Klassik zeichnete Rattle außerdem als Dirigent des Jahres 2003 aus. Auch seine Fernsehserie auf Channel 4, "Leaving Home", in der Rattle die großen Orchesterwerke des 20. Jahrhunderts vorstellte, war ein Hit und wurde mit Preisen überhäuft.

Das Repertoire des Briten, der seit 1978 unter Exklusivvertrag bei EMI Classics steht, ist immens und reicht von der Klassik bis zur Moderne. Unter Kritikern als besonders herausragend bezeichnet werden oft die Orchesterdarbietungen zu Gershwins "Porgy and Bess", Schönbergs "Gurrelieder", Orffs "Carmina Burana", Orchesterlieder von Benjamin Britten, mehrere Aufnahmen mit Werken von Karol Szymanowski sowie Sinfonien von Beethoven und Mahler. Ebenso wie sein Lehrer John Carewe ist Rattle außerdem ein erstklassiger Haydn-Dirigent. In einem Interview mit der "ZEIT" outete sich Rattle einmal als echter "Haydn-Verrückter" und stellte gleichzeitig die Behauptung auf, Haydns opulente Komposition "Die Schöpfung" wäre heute sicherlich ein "Hollywood-Blockbuster". Mal sehen, mit welchen überraschenden musikalischen Ansichten uns Sir Simon Rattle in Berlin noch bereichern wird!
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