Frank Zander: Reibeisenstimme mit Herz für Obdachlose

"Whiskey, Weiber, Cha-cha-cha", antwortet Frank Zander, wenn man ihn nach seinem Markenzeichen fragt.
Pressefoto von Frank Zander
Pressefoto von Frank Zander © Manfred Esser
Berühmtheit hat er jedoch nicht etwa als Lebemann oder Draufgänger erlangt, sondern vor allem durch eins: seine Stimme.

Mitte der 70er Jahre begann er seine Solokarriere und machte sich mit Liedern wie "Der Ur-Ur-Enkel von Frankenstein", "Ich trink auf dein Wohl, Marie" und "Oh, Susi" einen Namen. Den echten Durchbruch aber schaffte er erst in den 80er Jahren, eine Zeit, während der er in erster Linie ganz oben auf der Neuen Deutschen Welle mitschwamm. "Da, da, da ich weiß Bescheid, Du weißt Bescheid" war ein Song, den manche als stupide abkanzelten, der aber dennoch den Nerv vieler Hörer traf. Auch mit "Jeannie", einer Persiflage von Falcos Megahit oder "Hier kommt Kurt", ein Song, bei dem Zander mit schwarzem Hut, Sonnenbrille, Handschuhen und weißem Schal einen hypercoolen Szenegänger nachahmt, gelang ihm ein echter Chartbreaker. Der Titel "Hier Kommt Kurt" avancierte zum Lieblingstitel vieler Radio-DJs und Fernsehredakteure und erhielt u.a. als Auszeichnung den RTL-Löwen für das neue Deutsche Lied. Was eher wenige wissen: auch als Synchronsprecher hat Zander bereits Karriere gemacht. Vor allem originellen Figuren aus Filmen wie "Guck mal wer da spricht", "Paule Pinguin" oder "Die Sesamstraßen-Blues-Eule" lieh er seine Stimme. An seiner unvergelcihlichen Reibeisenstimme ist übrigens eine Mandelentzündung "Schuld". Die zog er sich während einer Tour mit seiner Band Gloomy-Moon-Singers zu, auf der er trotz der Halsschmerzen wochenlang Hits wie "Oh,
Susi" und "Ich trink' auf Dein Wohl, Marie" schmetterte. Danach bekam Zander kaum einen Ton mehr raus, die Ärzte erteilten ihm sogar Redeverbot. Der raue Klang in der Stimme ist ihm trotzdem geblieben.

Auch wenn er heute immer noch Musik macht: Zanders Tage als Chartbreaker sind inzwischen mehr oder weniger passé. Dafür promotet der Berliner inzwischen statt seiner legendären Reibeisenstimme ein ganz anderes Organ: sein Herz. Und das schlägt in erster Linie für Berlins Obdachlose. Einmal im Jahr an Weihnachten zeigt Zander, der sich sonst so gerne als Clown und Blödelbarde inszeniert, sein ernstes Gesicht. Seine traditionellen Charity-Weihnachtsfeiern im größten Hotel Europas, dem Estrel Convention Center, haben mittlerweile ebenso ruhmreichen Bekanntheitsgrad erlangt wie seine Auftritte als Sänger. Bei diesen Feiern servieren Prominente wie Reinhard Mey, Axel Schulz, Andrea Fischer oder Oli P. Obdachlosen feinsten Gänsebraten. Wo sonst die Schönen und reichen speisen, sollen dann die feiern, denen es sonst schlecht geht. Mittlerweile kommen nicht nur Menschen ohne feste Bleibe, sondern auch Hartz IV-Empfänger zu Zanders Armenspeisung, bei der jedes Mal auch warme Kleidung verteilt wird. Auch sie sind willkommen. Unter den Bedürftigen hat es sich herumgesprochen, dass sie bei Zander nicht vorgeführt werden.

Frank Zander mit Herz für Obdachlose


Als Zander 1995 mit dieser Wohltätigkeitsserie ebgann wurde ihm jedoch gerde das vorgeworfen. Seine damalige Plattenfirma lud zur weihnachtlichen CD-Veröffentlichung 200 Obdachlose hinzu, wodurch er sich herbe Kritik einfing. Daraufhin beschloss er, die Schlemmer-Aktion selbst in die Hand zu nehmen. Allerorten, bei Freunden, großen und kleinen Unternehmen, erbettelte er Geld für die vielen tausend Weihnachtsessen, unzählige Säcke voller warmer Winterbekleidung oder Thermoschlafsäcke. Zander hat sich in diesen Jahren zu einem echten Engel gemausert, der sich an die Seite der Tiefgefallenen stellt.

Ein Zeichen setzen wollte daraufhin auch die Politik und verlieh Frank Zander im November 2000 für dieses alljährliche Engagement die Berliner Bürgermedaille für besondere Verdienste. Im September 2002 wurde er vom Bundespräsidenten Johannes Rau mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Frank Zander im Internet: www.frank-zander.de
(Text: ak)

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