Pilze sammeln in Berlin und Brandenburg

Text: A.B & Tkni / Letzte Aktualisierung: 03.10.2019

Verschiedene Pilze
Wo kann man in Berlin und Brandenburg Pilze sammeln? Foto: © shishiga

Pilzgebiete in Berlin, Brandenburg und Umgebung

Mit dem Herbst kommen kühlere Temperaturen und dann heißt es für viele Natur-Fans: Ab in die Pilze! Steinpilze, Maronen, Pfifferlinge & Co sprießen auch in den Wäldern in Berlin und Umgebung aus dem Boden.
Die Pilzsaison 2019 ist in vollem Gange!
Wir verraten, wo es sich am ehesten lohnt, auf die "stille Jagd" zu gehen und was es dabei zu beachten gilt.

Pilze sammeln in Berlin

Grunewald Er ist vor allem ein Revier für Spaziergänger und Hundehalter. Doch auch Pilzsucher kommen hier auf ihre Kosten. Abseits der ausgetretenen Wandertrassen gibt es hier etliche kleine Pfade, in deren Umgebung Steinpilze, Pfifferlinge und andere Schirmpilze wachsen. Mehr Infos über den Grunewald

Tegeler Forst
Das tiefe Dickicht der Nadel- und Kiefernwälder im Areal des Tegeler Forstes im Norden Berlins ist für Pilzkenner ein wahrer Hotspot. Hier kann man unter anderem Steinpilze, Pfifferlinge und Rotfußröhrlinge aufspüren.

Pilze sammeln Köpenicker Stadtforst
Im Südosten Berlins finden Sammler in dem circa sieben Quadratkilometer großen Waldgebiet rund um die Müggelberge Täublinge, Pfifferlinge oder Steinpilze. Am Wochenende ist man hier jedoch mitunter nicht ganz allein unterwegs, daher empfiehlt es sich, eher unter der Woche mit dem Sammler-Körbchen hierher aufzubrechen.

Tiergarten
Man muss gar nicht so unbedingt in die abgelegensten Winkel der Peripherie entfliehen, um der Pilz-Passion zu frönen. Sogar ganz zentral in der "grünen Lunge" Berlins, dem Tiergarten, sprießen einige ansehnliche Pilzexemplare aus dem Boden. Vor allem zwischen der Spanischen Botschaft und dem Großen Stern wachsen Schönfußröhrlinge, Champignons- oder Parasole.

Eiskeller im Spandauer Forst
Im sogenannten Eiskeller in Berlins Nordwesten im Spandauer Forst befand sich früher ein kalter, in die Erde gemauerter Speicher für Lebensmittelvorräte. In der Tat gilt Eiskeller als das kälteste Gebiet Berlins. Wer die frösteligen Temperaturen nicht scheut, wird mit etwas Glück mit reichen Pilzfunden beschenkt. Weitere Informationen über die Wälder in Berlin.

Pilze sammeln in Brandenburg

Im Norden: Die Schorfheide
Im Berliner Umland gehören die Wälder der Schorfheide zu den beliebtesten Pilzregionen. Pfifferlinge, Steinpilze, Maronen sowie Birken- und Butterpilze laden zur Pilz-Jagd ein. Wer mag, kann hier sogar an geführten Pilzwanderungen, durchgeführt von der Naturwacht Chorin, teilnehmen oder sich dort zumindest fachkundig beraten lassen.

Im Süden: Naturpark Hoher Fläming
Im Naturpark Hoher Fläming bei Bad Belzig finden sich vorrangig Maronen, Pfifferlinge, Täublinge und Steinpilze.

Im Osten: Märkische Schweiz
Ein schönes Wanderareal ist das hügelige Terrain der Märkischen Schweiz ohnehin. Wer hier auch Pilze sucht, stößt am ehesten auf Steinpilze, Birkenpilze oder Rotkappen.

Im Westen: Falkensee
Auch im Havelland warten schöne Pilzgebiete auf das Sammlerkörbchen. Zwischen Falkensee und dem Bredower Forst gibt es einen schönen Naturlehrpfad, der bereits in den 30er Jahren angelegt wurde.

Wie erkennen Sammler essbare Pilze?

Pilze im Wald
Wo Pilze sammeln in Berlin?
Foto © Henk Bentlage

Ein einfaches Pilz-Einmaleins existiert leider nicht, sondern lediglich Wissen und Erfahrung können zu mehr Sicherheit führen.
Es empfiehlt sich, sich mit fachkundiger Literatur vorher zu belesen oder geführte Pilzwanderungen mitzumachen. Wer sich allein auf die Suche begibt und unsicher ist, ob die Fundstücke genießbar sind, kann einen Pilzsachverständigen aufsuchen. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie bietet eine Liste mit Kontaktdaten im Internet.
Pilzberatungen werden übrigens auch vom Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin angeboten. Die kostenfreie Beratung befindet sich im Museumsgebäude
in der Königin-Luise-Str. 6-8.
Ein Tipp in diesem Zusammenhang:
Unbekannte Pilze dreht man am besten so aus dem Boden, dass Knollen und Wurzeln erkennbar bleiben. Für Experten können sie ein wichtiges Erkennungsmerkmal sein. Besser noch Sie lassen unbekannte Pilze stehen - sie dienen vielen Waldtieren als Nahrung!

Wie erntet man Pilze richtig?

Wichtig ist es, ein kleines, scharfes Messer dabeizuhaben, mit dem man die Pilze in Bodennähe sauber abschneiden kann. Die entstandenen Löcher sollten wieder abgedeckt werden, damit der unterirdische Wurzelpilzkörper vor Licht geschützt wird. Zum Transport eignet sich ein luftdurchlässiger Korb, damit die Pilze nicht anfangen zu schwitzen. Werden sie in einer Plastiktüte gesammelt, können sie schneller verderben.

Mehr Tipps zum erfolgreichen Pilze sammeln in Berlin:

  • Gehen Sie möglichst nicht sonntags in die Pilze. (Da sind die meisten Pilzsammler unterwegs)
  • Da wo viele Autos am Waldrand stehen, sind auch viele Menschen in den Wäldern unterwegs.
  • Morgenstund hat Gold im Mund - das gilt natürlich auch fürs Pilze sammeln.
  • Denken Sie an einen Mückenschutz / Zeckenschutz! Feuchtwarmes Wetter mögen nicht nur die Pilze im Wald sondern auch die Mücken!
  • Bei uns finden Sie auch ein leckeres für Rezept für Pfifferlinge mit Rahmsoße

Wie so oft im Leben gibt es auch beim Pilze sammeln einiges zu beachten:

  • Sammeln Sie nur Pilze, die Sie genau kennen! Im Zweifel suchen Sie eine Pilzberatungsstelle auf!
  • Ziehen Sie sich waldgerecht an! (Festes Schuhwerk, lange Hose, Jacke auch zum Schutz vor Zecken)
  • Pilze nicht rausreißen, sondern knapp über dem Waldboden abschneiden oder abdrehen. Transportieren Sie die Pilze am besten in einem Korb. (Plastetüten sind ungeeignet!)
  • Lassen Sie giftige oder unbekannte Pilze stehen (nicht umtreten), sie dienen vielen Waldtieren als Nahrung!
  • Verhalten Sie sich im Wald leise und werfen Sie keinen Müll in den Wald!
  • Natürlich sollten Sie im Wald nicht rauchen!
  • Jetzt wünschen wir viel Spaß und Erlog beim Pilze sammeln in Berlin!

Weitere Ausflugsziele in Berlin:

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