Wandern in Berlin

Text: H. J. (Diplom-Medienberaterin aus Berlin) / Letzte Aktualisierung: 15.10.2021

Paar beim Wandern in Berlin
Es gibt es sehr schöne Wanderrouten in Berlin! Foto: © Kzenon

Wanderwege in Berlin

Wandern in Berlin? - Klar! Warum nicht? - Wandern hält gesund und macht glücklich. Das wussten schon unsere Großeltern und heute gibt es sogar medizinische Untersuchungen, die das belegen. Beim Wandern wird das Herz-Kreislauf-System gestärkt, die Muskulatur gekräftigt und das Immunsystem stimuliert. Außerdem werden Stress abgebaut und die Stimmungslage verbessert. Das Schönste am Wandern: Es ist überall und ohne großen Aufwand möglich. Auch in Berlin gibt es zahlreiche attraktive Wanderwege, auf denen sich viel entdecken lässt.
Und Wandern kann man in Berlin zu jeder Jahreszeit! Egal ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter, in den Berliner Wäldern finden Sie zu jeder Jahreszeit Ruhe und Entspannung! In der Corona Pandemie und im Lockdown Anfang 2021 haben viele Berliner das Wandern als Freizeitbeschäftigung für sich entdeckt.
Jetzt in den warmen Sommermonaten bieten die Wälder in Berlin Schatten und etwas kühlere Luft als in den "Häuserschluchten" der Großstadt.

Wandererlebnisse mit anderen teilen

Wer nicht gern allein wandert, findet Gleichgesinnte in einem der Wandervereine, die im Berliner Wanderverband organisiert sind. Neben Wanderplänen bieten diese zum Beispiel thematische Wanderungen und Erlebnistage an. Zum Verband gehören unter anderem der Berliner Wanderclub, die Cöpenicker Wanderfreunde, der 81er Wandergesellen e.V., der Wandersportverein Rotation Berlin und der Wanderverein Spandau. Geführte Wanderungen können bei zertifizierten Wanderführern gebucht werden. Auch die NaturFreunde Berlin veranstalten mehrmals im Jahr gemeinschaftliche Wanderungen für Menschen aller Altersgruppen.

Eine Liste der 20 grünen (Haupt) Wanderwege Berlins

In Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat der BUND eine Wanderkarte unter dem Namen "20 grüne Hauptwege erarbeitet". Diese ist im Buchhandel erhältlich und kann außerdem als digitale Wanderkarte im Internet abgerufen werden. Die Länge aller Wege zusammen beträgt derzeit 565 Kilometer. Die Hauptwege sind markiert und verlaufen meistens durch Grüngebiete oder als Beiwege neben Straßen. Nicht immer ist eine direkte Wegführung möglich, sodass Industrie- und Privatgrundstücke manchmal Umwege erfordern. Ausgewiesen als grüne Hauptwege sind:

  • Spreeweg/Berliner Urstromtal
  • Spandauer Weg
  • Heiligenseer Weg
  • Lübarser Weg
  • Nord-Süd-Weg
  • Lindenberger Korridor
  • Hönower Weg
  • Kaulsdorfer Weg
  • Dahmeweg
  • Britz-Buckower-Weg
  • Wannseeweg
  • Havelseenweg
  • Barnimer Dörferweg
  • Wuhletalweg
  • Teltower Dörferweg
  • Humboldt-Spur
  • Teltowkanalweg
  • Innerer Parkring
  • Tiergartenring
  • Bullengrabenweg

Beim Wandern in Berlin wichtige Sehenswürdigkeiten entdecken:
Der Spreeweg/Berliner Urstromtal ist mit einer Länge von 59 Kilometern der längste grüne Hauptweg. Er führt entlang der Spree von Köpenick über Spandau bis zur Grenze nach Brandenburg. Wanderer kommen ebenso durch Wälder, als auch durch Stadt- und Industriegebiete. Vom Stener Bruch in Berlin-Buch bis zum Wäldchen am Königsgraben in Lichtenrade führt der Nord-Süd-Weg auf einer Länge von rund 40 Kilometern. Der Wannseeweg im Berliner Südwesten ist 25 Kilometer lang und geht durch die Ortsteile Grunewald, Dahlem, Zehlendorf, Schlachtensee, Nikolassee, Wannsee und Klein Glienicke. Der Wannseeweg ist durch üppige Natur mit Seen und Wäldern geprägt, verbindet aber auch mehrere Sehenswürdigkeiten wie die Glienicker Brücke, das Jagdschluss Grunewald und das Haus der Wannseekonferenz miteinander. Der 24 Kilometer lange Tiergartenring verläuft weitläufig um den Großen Tiergarten, den größten und zentralsten Park Berlins und die historische Mitte der Stadt. Sehenswürdigkeiten an seinem Rand sind unter anderem das Schloss Bellevue, das Haus der Kulturen der Welt, das Bundeskanzleramt und die Gedenkstätte Berliner Mauer.

Wanderwege in Berlin
Am Berliner Teufelsee gibt es schöne Wanderwege und einen Naturlehrpfad. Foto: © Ina Meer Sommer - stock.adobe. com

Auf dem Berliner Mauerweg der deutsch-deutschen Teilung nachspüren

Der Berliner Mauerweg zeigt auf rund 160 Kilometern den einstigen Verlauf der Grenze zwischen Westberlin und der ehemaligen DDR. 50 Kilometer verlaufen in der Innenstadt, circa 110 Kilometer markieren die Grenze nach Brandenburg. Aufgrund seiner Länge wird der Berliner Mauerweg nicht an einem Tag zu erkunden sein, deshalb ist er in mehrere Teiletappen eingeteilt. Der Weg entlang der ehemaligen Innenstadtgrenze führt beispielsweise an der Gedenkstätte Berliner Mauer, am Checkpoint Charlie und an der Gedenkstätte Topographie des Terrors vorbei. Der westliche Teil beginnt an der Glienicker Brücke und verläuft zunächst neben der Havel an der Pfaueninsel vorbei. Nach kurzer Fährfahrt geht es weiter über Kladow, Staaken und Hennigsdorf bis nach Frohnau. Zur Zeit der Kirschblüte lohnt sich eine Wanderung auf dem südlichen Teil des Mauerwegs, der von Schönefeld über Lichterfelde und Teltow bis zur Glienicker Brücke führt. Zwischen Lichterfelde und Teltow wurde zu Beginn der 1990er Jahre eine Allee von Kirschbäumen angelegt, die das Geschenk eines japanischen Fernsehsenders zur Wiedervereinigung Deutschlands waren. Weitere Kirschbäume finden sich am Grenzübergang Bornholmer Straße, der am nordöstlichen Teil des Mauerwegs liegt. Dieser beginnt in Frohnau und endet nach Stationen in Rosenthal, im Mauerpark und im Invalidenfriedhof am Potsdamer Platz.

Wo der Jakobsweg durch Berlin führt

Vom Jakobsweg, der in die nordspanische Stadt Santiago de Compostela führt, haben viele schon gehört. Dass der Jakobsweg mehrere Routen hat, die in verschiedenen Ländern beginnen, wissen schon weniger. Eine alte Route, die Via Imperii, startet im polnischen Szczecin und führt durch Berlin. Hier folgen Wanderer ihr ab Berlin-Buch, am Brandenburger Tor vorbei, durch Schöneberg und Marienfelde bis nach Teltow. Elf Kilometer lang ist die Strecke. Sie kreuzt unter anderem die Bahnhöfe Südkreuz, Priesterweg und Attilastraße. Seit August 2020 gibt es in Berlin sogar eine Stempelstation. An der Königin-Luise-Gedächtniskirche am Schöneberger Gustav-Müller-Platz können sich Pilger selbst einen Stempel in ihren Pilgerpass drücken. Zukünftig ist zudem die Ausschilderung des Jakobswegs durch Berlin geplant. Einen ersten Hinweis gibt es bereits an einem Trafohäuschen in der Sembritzkistraße nahe des S-Bahnhofs Priesterweg. 2.960 Kilometer sind es von hier aus noch bis nach Santiago de Compostela. Nicht ganz so lang ist der Weg von Berlin nach Wilsnack, der zwischen dem 14. und dem 16. Jahrhundert der wichtigste Pilgerweg in Nordeuropa war. Von der Marienkirche in Berlin-Mitte führte er zur Wunderblutkirche St. Nikolai im heutigen Bad Wilsnack. In Anlehnung an die historische Strecke wurde der Pilgerweg im Jahr 2006 wiederbelebt. Er verläuft auf einer Länge von 130 Kilometern über Hennigsdorf, Wusterhausen und Kyritz vorwiegend abseits verkehrsreicher Landstraßen nach Bad Wilsnack.

Kurze Wanderrouten in Berlin

Nur sechs Kilometer lang ist der Rundweg um den Schlachtensee in Zehlendorf. Auch für den Havelhöhenweg zwischen dem Strandbad Wannsee und der Spandauer Heerstraße muss bei einer Länge von 10 Kilometern kein ganzer Tag eingeplant werden. Bereits zwischen dreißig bis sechzig Minuten reichen indessen aus, um die Gegend um den Faulen See im Pankower Ortsteil Weißensee zu erkunden. Rund um den See führen Wege für die kleine Wanderung zwischendurch. Wer gern Wildvögel wie Teichhühner, Krickenten und Stockenten beobachtet, plant etwas mehr Zeit ein. Die Wanderung kann nach Lust und Laune durch eine Tour um den Orankesee und den Obersee erweitert werden, die beide in unmittelbarer Nähe vom Faulen See liegen. Im Sommer kühlen sich Wanderer zum Schluss im Strandbad Orankesee ab. Snacks und Getränke werden auf den Orankesee Terrassen serviert.

Wanderrouten in Berlin
Im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick gibt es schöne Wanderrouten. Zum Beispiel im Ortsteil Grünau. Foto: © Tkni

Noch mehr Wanderwege in Berlin

Viele Wege führen nach Berlin, aber andere Wege führen auch hinaus. Einige ausgewiesene Wanderwege in Berlin beginnen zwar in der Stadt, enden aber jwd (janz weit draußen), wie der Berliner sagt. Einer davon ist der Paul-Gerhardt-Weg, der von der Nikolaikirche in Berlin-Mitte zur Paul-Gerhard-Kirche in Lübben führt. Der Weg wurde im Mai 2019 eröffnet und nach einem der bedeutendsten deutschsprachigen Kirchenlieddichter benannt. Er ist insgesamt 140 Kilometer lang und gliedert sich in neun Etappen. Zwei davon liegen auf Berliner Stadtgebiet, und zwar von Berlin-Mitte nach Wuhlheide und von Wuhlheide nach Grünau. Auf den Spuren Theodor Fontanes wandert man in Berlin auf einem der sechs ausgewiesenen Fontanewanderwege. Der Fontaneweg F1 führt auf circa 10 Kilometern vom S-Bahnhof Köpenick über die Altstadt zum Müggelsee und nach einer Fährfahrt über den Langen See zum S-Bahnhof Grünau.

Wandern in Berlin auf eigenen Routen

Auch da, wo keine Wanderwege offiziell ausgeschildert sind, kann das Wandern in Berlin Spaß machen. Landschaftlich hat Berlin mit Wäldern und den Bergen dafür einiges zu bieten. So führt zum Beispiel eine Wanderung durch die Kleinen Müggelberge zum Müggelturm, von dessen Aussichtsplattform bei schönem Wetter bis zu 50 Kilometer weit geschaut werden kann. Das westliche Pendant, der Grunewaldturm, wird bei einer Tour entlang der Havelchaussee im Grunewald erreicht. Noch mehr Wandermöglichkeiten eröffnen sich Naturliebhabern im Spandauer Forst, einem der größten Waldgebiete Berlins.
Auch der Tegeler Forst läd zu schönen Wanderungen in Berlin ein. In der Hauptstadt gibt es ca. 29.000 Hektar Wald. Ein Grund, warum einige Berlin für die grünste Stadt Europas halten.

Bitte halten Sie beim Wandern die Wälder sauber! Nehmen Sie Abfälle wieder mit und beachten Sie das Rauchverbot in den Berliner Wäldern! Umso leiser Sie sich im Wald verhalten, umso größer ist die Chance, dass Sie Tiere wie Rehe, Wildschweine oder Füchse beobachten können.

Welche Tiere gibt es in den Berliner Wäldern?

In den Berliner Wäldern gibt es viele verschiedene Tierarten. Hier eine unvollständige Liste mit Beispielen:

  • Rehe
  • Wildschweine
  • Füchse
  • Dachse
  • Biber
  • Auch Marder und Waschbären können Sie mit etwas Glück beim Wandern in Berlin beobachten!
  • Eichhörnchen
  • Wildkaninchen
  • Mäuse
  • Blindschleichen und weitere Eidechsen
  • Ringelnattern
  • Spinnen
  • Waldameisen
  • Viele vers. Vogelarten wie Waldkäuze, Eulen und andere Greifvögel. Aber auch Rotkehlchen, Spechte, Krähenvögel und Kraniche.
  • Insekten wie Waldbienen, Erdwespen, Libellen und Mistkäfer sowie viele weitere Kleintiere.

Tipp: Jetzt können Sie beim Wandern Pilze sammeln! In den Berliner Wäldern gibt es bei entsprechendem Wetter reichlich Steinpilze, Krause Glucke, Goldgelbe Koralle (Ziegenbart), Maronen, und weitere Pilze. Jetzt Mitte / Ende Okober geht die Pilzsaison 2021 aber langsam zu Ende.
Jetzt werden die Berliner Wälder wieder bunt. Genießen Herbstwanderungen die vielen Farben im Wald! Lesen Sie unsere Tipps zum Pilze sammeln in Berlin.

Tipps zur Freizeitgestaltung in Berlin