Achselschweiß und starkes Schwitzen

Text: S. S. F. / Letzte Aktualisierung: 03.04.2026

Frau mit Deo gegen Achselgeruch
Was hilft gegen Achselgeruch? - Foto: © RPM

Achselgeruch - Was tun?

Extremen Achselgeruch kann sich nur leisten, wer auf die Gesellschaft anderer verzichten mag. Für alle anderen sorgen die Körpersekrete aus den Schweißdrüsen schnell dafür, dass die Umgebung auf Abstand geht. Was also dagegen tun - und ab wann sollte man zum Arzt?

Der Schweiß selbst ist nicht das eigentliche Problem. Frisch produzierter Schweiß ist nahezu geruchlos. Erst die Bakterien auf der Haut zersetzen ihn und erzeugen dabei die unangenehmen Geruchsstoffe. Zwar bilden sich beim Schwitzen auch unschöne Flecken auf Hemd oder T-Shirt - der Geruch aber entsteht durch Bakterien, die wir alle auf der Haut tragen. Wer das Bakterienwachstum in der Achselhöhle einschränkt, hat schon viel gewonnen.

Viele gängige Deos aus dem Supermarkt überdecken den Geruch lediglich mit Parfüm, statt die Ursache zu bekämpfen. Kein Wunder, dass die versprochene 24-Stunden-Wirkung in der Praxis oft nicht hält. Das Deo sollte stets auf frisch gewaschene Haut aufgetragen werden - wer es auf Schweißrückstände sprüht, reizt die Haut, ohne nennenswert zu helfen. Bei empfindlicher Achselhaut lohnt ein Wechsel zu Produkten mit ätherischen Ölen, etwa von Weleda oder Sante. Diese wirken antibakteriell, ohne aggressive Inhaltsstoffe zu enthalten.

Schweiß unter den Achseln - Was hilft wirklich?

Wer auf synthetische Zusätze verzichten möchte, findet in Alaun-Deostiften eine günstige Alternative. Das Mineral bildet in Verbindung mit Wasser eine leichte Säure, die Bakterien wirksam abtötet. Nebeneffekt: Die Schweißporen ziehen sich leicht zusammen. Viele Drogerien und Reformhäuser führen solche Stifte - zum Beispiel unter der Marke Balea.

Bei hartnäckigerem Schwitzen kommen Antitranspirante ins Spiel. Produkte wie Odaban (aus der Apotheke) enthalten Aluminiumsalze, die die Schweißdrüsen vorübergehend verengen und die Schweißproduktion deutlich drosseln. Selbst Schweißflecken auf der Kleidung verschwinden damit häufig. Die Tinkturen müssen regelmäßig angewendet werden; ein spürbarer Erfolg stellt sich oft erst nach einigen Wochen ein. Wichtig: Niemals auf frisch rasierte Haut auftragen - das provoziert Hautreizungen und Quaddeln. Die Achseln vorher immer gründlich, aber mild reinigen.

Hyperhidrose - wenn Schwitzen krankhaft wird

Wer unter einer sogenannten Hyperhidrose leidet - also unter krankhaft extremem Schwitzen - kommt mit kosmetischen Mitteln meist nicht mehr weit. Das ist keine Frage mangelnder Hygiene, sondern eine medizinische Diagnose. Schätzungsweise ein bis drei Prozent der deutschen Bevölkerung sind davon betroffen, ohne es zunächst als behandlungsbedürftig einzustufen.

Beim Dermatologen stehen verschiedene Behandlungswege offen. Die Iontophorese dämpft die Schweißdrüsenaktivität mit schwachen elektrischen Impulsen - gut verträglich, aber zeitintensiv und regelmäßige Sitzungen vorausgesetzt. Botox-Injektionen in die Achselregion blockieren die Signalweiterleitung zu den Schweißdrüsen; die Wirkung hält mehrere Monate an und muss dann wiederholt werden. Als dauerhafteste Option gilt die operative Entfernung oder Zerstörung der Schweißdrüsen, etwa per Laserbehandlung oder Curettage.

Was tun bei Achselschweiß? Allgemeine Tipps

Da extremes Schwitzen häufig durch Stress ausgelöst oder verstärkt wird, kann es helfen, auch an dieser Stelle anzusetzen. Entspannungstechniken, Homöopathie oder Akupunktur lösen das Problem selten vollständig, können aber die Häufigkeit der Schweißausbrüche mindern.

Viel trinken hilft: mindestens zwei Liter täglich, am besten Wasser oder ungesüßten Tee. Alkohol und Nikotin verstärken sowohl das Schwitzen als auch den Körpergeruch. Kleidung aus Naturmaterialien wie Baumwolle oder Leinen lässt die Haut atmen. Bei säuerlichem Schweißgeruch lohnt es sich, den Fleischkonsum zu überdenken - eine pflanzenreiche Ernährung wirkt sich hier spürbar aus. Bewährte Hausmittel wie Waschungen mit Eichenrindentee oder Apfelessig haben eine zusammenziehende Wirkung auf die Haut. Wer morgens eine Tasse Salbeitee trinkt, kann damit die Schweißproduktion über den Tag dämpfen; Salbei ist auch als Tablette in der Apotheke erhältlich. Wer das konsequent umsetzt, kommt manches Mal ganz ohne Deo aus - die gesundheitlich sauberste Variante.
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