Ausstellung "GrenzErfahrungen" im Tränenpalast in Berlin

Text: R. H. (Journalistin aus Berlin) / Letzte Aktualisierung: 17.06.2021

Der Tränenpalast in Berlin
Die Ausstellung Grenzerfahrungen befindet sich im Tränenpalast Berlin - Foto: © imaginando - stock.adobe. com

Ausstellung "GrenzErfahrungen. Alltag der deutschen Teilung" im Tränenpalast

Gleich neben dem Bahnhof Friedrichstrasse liegt ein hässliches Gebäude aus Glas und Stahl. Der Tränenpalast wird es im Volksmund genannt! Ein trauriger Name für ein Gebäude das einen traurigen Zweck hatte. Aber wofür diente es eigentlich?

Wichtige Infos für Ihren Besuch

Adresse:
Tränenpalast
Reichstagufer 17
10117 Berlin Mitte
Tel: 030/ 46 77 779-11

Anfahrt:
U-Bahn: U6 bis Friedrichstraße
S-Bahn: S1, S2, S25, S5, S7, S75 bis Friedrichstraße
Tram: M1, 12 bis S+U Friedrichstraße
Keine Parkplätze vorhanden!

Öffnungszeiten des Tränenpalast:
Dienstag - Freitag: 09:00 Uhr - 19:00 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage: 10:00 Uhr - 18:00 Uhr
Montags geschlossen

Eintrittspreise Ausstellung Grenzerfahrungen:
Eintritt frei
Öffentliche Führungen kostenlos

Der Tränenpalast - ein ehemaliger Grenzübergang

Der Tränenpalast war die ehemalige Abfertigungshalle für die Ausreise von Ost- nach West-Berlin. Ungefähr 10 Millionen Menschen wurden hier pro Jahr abgefertigt. Oft musste man stundenlang warten, die Koffer öffnen und auspacken, man wurde gründlich durchsucht und musste peinliche Leibesvisitation erdulden. Nicht umsonst wurde das Gebäude Tränenpalast genannt. Viele Gefühle wie Trauer, Wut, Angst und Verzweiflung fanden hier statt. Menschen verabschiedeten sich hier von ihren Lieben, ohne Hoffnung sie bald wieder zusehen. Denn Menschen, die endlich aus der DDR ausreisen durften, verließen für immer hier ihre Heimat. Auch Westdeutsche, nach Besuchen in der DDR, mussten sich den Kontrollen unterziehen. DDR-Bürger, die endlich die langersehnte Ausreisegenehmigung hatten, wurden zum letzten Mal hier schikaniert. Und auch Stasimitarbeiter, die in den Westen geschleust wurden, fand man im Tränenpalast. Mehr als 200 Personen, meist ältere Menschen starben, weil sie die Demütigung und die Torturen nicht ertragen konnten. Aber auch DDR Bürger, die flüchten wollten, kamen trotz der strengen Überwachung an die Grenzübergangsstelle. Doch die meisten Fluchtversuche scheiterten.

Die Ausstellung "GrenzErfahrungen. Alltag der deutschen Teilung"

Mit der Ausstellung "GrenzErfahrungen. Alltag der deutschen Teilung" erinnert die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland an die Zeit der deutschen Teilung und die Auswirkungen der Grenze auf den Alltag der Deutschen. Die Ausstellung beginnt mit generellen Informationen über die Teilung. Eine große Tafel zeigt die ehemaligen Sektoren und Besatzungszonen. Danach wird kurz erklärt, wie und warum es zur Teilung kam. "Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten", ertönt immer wieder die Stimme von Walter Ulbricht durch die Ausstellung. Überhaupt gibt es viele Ton- und Bild Dokumente. Ein Video zeigt die Schikanen, die die Menschen bei der Kontrolle unterziehen mussten, man erfährt über die Arbeit eines Kontrolleurs. Zahllose Schilder lenkten die Reisenden durch den Bahnhof und den Tränenpalast. Ein Modell zeigt wie kompliziert die Ein- und Ausreise im Bahnhof Friedrichstrasse und im Tränenpalast war. Unter den Exponaten gibt es auch eine Original-Kontrollkabine. Koffer mit verschiedenen Inhalten sind ausgestellt. Imponierend sind auch die Schlüssel die Ausreisende aus der DDR hinterlassen haben. "Sie wollten der SED für immer den Rücken kehren", erklärt eine Tafel. Die Ausstellung "GrenzErfahrungen. Alltag der deutschen Teilung" zeigt zudem die wichtigsten Stationen im Vereinigungsprozess. Videos zeigen Szenen vom 9. November 1989.

Geschichte des Tränenpalastes

Der Tränenpalast wurde 1962 gebaut. Am 1. Juli 1990 stellte die DDR ihre Kontrollen ein. 1991 mietete Marcus Herlid das Gebäude. Er organisierte Lesungen, Konzerte Theateraufführungen und Ausstellungen. Im ehemaligen Tränenpalast wurde gelacht und die Menschen amüsierten sich! Der Tränenpalast musste 2006 geschlossen werden, drei Jahre nachdem er unter Denkmalschutz gestellt wurde. Es wurde beschlossen das Gebäude für eine Dauerausstellung zu nutzen. Die Ausstellung "GrenzErfahrungen. Alltag der deutschen Teilung" wurde Mitte September 2011 eröffnet und ist bis heute gut besucht.

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