Alboinplatz in Berlin

Text: R. H. (Journalistin aus Berlin) / Letzte Aktualisierung: 17.06.2021

Stierskulptur auf dem Alboinplatz in Berlin
Die Stierskulptur auf dem Alboinplatz - Foto: © ArTo - stock.adobe. com

Der Alboinplatz in Tempelhof ist ein Gartendenkmal an der Alboinstraße. Informationen über die Geschichte des Platzes haben wir hier zusammengestellt:

Der Alboinplatz in Tempelhof

Angriffslustig blickt ein Stier auf die Blanke Helle, ein kleiner, recht harmlos aussehender See, der in der Mitte der Grünanlage Alboinplatz liegt. Doch so harmlos ist, laut einer Berliner Sage, die Blanke Helle nicht. Einst war die Gegend dicht bewaldet. In dieser Wildnis lebte ein alter Priester, der der Göttin Hel diente. Hel herrschte über diesen See. Zweimal im Jahr schickte Hel zwei Stiere an die Oberfläche, die sie dann pflügten, sodass der Priester Getreide sähen konnte. Eines Tages kam ein christlicher Mönch in diese Gegend. Der Priester hieß ihn willkommen und die beiden lebten friedlich zusammen, bis der alte Priester starb. Doch der Mönch machte keine Opfer für Hel, die darauf hin zornig wurde. Als die Stiere im nächsten Jahr erschienen, zogen sie den Mönch in den See. Lange Zeit hieß es die Blanke Helle würde alljährlich ein Opfer verschlingen. Die Blanke Helle ist übrigens ein Relikt aus der Eiszeit, ein Toteisloch.

Die Skulptur "Auerochse" , wie der Stier genannt wird, ist aus Muschelkalkstein und stammt vom Bildhauer Paul Mersmann (1903-1975). Sie wurde zwischen 1934 und 1936 von arbeitslosen Künstlern errichtet. Im Inneren befindet sich wahrscheinlich eine Kartusche mit einem Aufruf gegen Hitler, mit Unterschriften verschiedener Künstler und Bildhauer. Der Volksmund nennt den Stier "Größter Ochse von Berlin". Doch die Geschichten um den Alboinplatz sind noch nicht zu Ende.

Geschichte des Alboinplatz in Tempelhof

Denn wer war eigentlich Alboin, nachdem der Platz benannt wurde? Alboin war ein König des Stammes der Langobarden und regierte vermutlich 560-572. Unter seiner Führung eroberten die Langobarden Norditalien, die heutige Lombardei. Angeblich zwang Alboin, der ungefähr von 526-572 lebte, Rosamunde, die Tochter des von ihm besiegten Königs Kunimund zur Heirat. Später ließ Rosamunde ihren Ehemann kaltblütig ermorden. Die Silhouette Alboins kann man übrigens am denkmalgeschützten Alboinkontor, der ehemaligen Schwarzkopf-Fabrik bewundern. Mit einem Speer in der Hand reitet Alboin dort auf einem schwarzen Pferd in die nächste Schlacht.

Und wer entwarf den Alboinplatz? Niemand anderes, als der bekannte Gartenarchitekt Erwin Barth (1880-1933) legte diese Grünanlage 1912/1932 an. Seit 1931 hat der Alboinplatz seinen Namen. Vorher hieß er Platz Q. 1945 sollte er in Egerlandplatz umbenannt werden, doch das genehmigte der Berliner Magistrat nicht. Klein ist der Alboinplatz, man kann ihn spielend innerhalb einer Viertelstunde umrunden. Für die Kinder gibt es einen Spielplatz, auf dem sie sich gut austoben können. In der Nähe des Alboinplatzes liegen der Friedhof Schöneberg II an der Eythstraße und die Siedlung Lindenhof.

Wie kommt man zum Alboinplatz?

Auto:
Über die A100 bis Tempelhofer Damm, weiter auf dem Mariendorfer Damm bis Tempelhofer Hafen, abbiegen in die Arnulfstraße bis zur Alboinstraße
Öffentliche Verkehrsmittel:
U-Bahnhof Kaiserin Augusta Straße (U 6)
Bus: 106 bis Bessemerstraße oder Alboinplatz

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