Straßenkunst in Berlin

Text: H. J. (Diplom-Medienberaterin / Studium der Kunstgeschichte an der TU Berlin) / Letzte Aktualisierung: 03.04.2020

Zwei junge Männer sprühen ein Graffito auf eine Wand in Berlin
Street Art ist in Berlin überall zu finden - Symbolbild: © Mirko - stock.adobe. com

Wissenswertes über Straßenkunst in Berlin. Street Art Hotspots kurz vorgestellt:

Street Art in Berlin

Straßenmaler, Streetart-Künstler, Performer, Tänzer, Akrobaten, Musiker - die Bandbreite an Künstlern und ihren Werken ist groß und wer in Berlin die Augen und Ohren aufsperrt, wird die Straße auf Schritt und Tritt als Galerie und Bühne erleben. Riesige Wandgemälde an Brandwänden oder auf Hinterhöfen, Jongleure an Straßenkreuzungen und Musik jeden Genres auf U-Bahnhöfen gehören inzwischen zum Berliner Stadtbild dazu. Einige Hotspots der Straßenkunst wie die East Side Gallery sind inzwischen überregional bekannt. Andere entstehen allmählich oder wandeln sich, so wie auch die Stadt sich ständig wandelt. Berühmte Wandkunst wie eine übergroße Figur mit Goldkette und zwei Uhren an einer Brandmauer in der Cuvrystraße sind der Neubebauung auf einer ehemaligen Brache gewichen. Anderes entsteht neu, beispielsweise im Rahmen des Berlin Mural Festes, in dessen Rahmen neue Wandbilder unter anderem in Kreuzberg, Hellersdorf und Marzahn realisiert wurden.

Was ist Straßenkunst?

Straßenkunst ist keine eigene Kunstrichtung, sondern fasst als Begriff verschiedene Künste und Ausdrucksformen zusammen, die eine Gemeinsamkeit haben: Sie werden im öffentlichen Raum ausgeübt. Die Motivationen der Straßenkünstler sind so unterschiedlich wie ihre Ausdrucksformen. Werden Mittel der bildenden Kunst verwendet, wird heutzutage oft von Urban Art gesprochen.

Dazu zählen beispielsweise:
  • Graffiti
  • Streetart
  • Urban Knitting
  • Pflastermalerei
Weitere Künstler, die Straßenkunst ausüben, sind:
  • Straßenmusiker
  • Artisten
  • Akrobaten
  • Pantomimen
  • Gaukler
  • Zauberkünstler

Street Art oder Streetart?

Street Art ist die wortwörtliche Übersetzung des Begriffs Straßenkunst und bezeichnet daher mehrere Künste. Das Wort Streetart jedoch wird speziell für Werke der bildenden Kunst genutzt, die im öffentlichen Raum präsentiert werden. Im Unterschied zu Graffiti wiederum steht bei der Streetart der Bildteil im Vordergrund. In einem Graffito werden hingegen Schriftzüge, grafische Elemente und Zeichen an Oberflächen projiziert. Streetart entsteht zudem meistens im Auftrag, während Graffiti oft illegal und unter einem Pseudonym gefertigt werden. Ungenehmigte Graffiti werden häufig als Form des Vandalismus wahrgenommen und ihre Beseitigung kann Kosten in Millionenhöhe verursachen. Massiv betroffen sind zum Beispiel U- und S-Bahn-Wagen in Berlin. Die Beseitigung der unerwünschten Schriftzüge oder Bilder ist nicht nur kostenintensiv, sondern führt auch zu einem Ausfall von Zugeinheiten für die Dauer der Reinigung.

Sieht man darüber aber einmal hinweg, sind die Grenzen zwischen Graffiti und Streetart fließend. Viele Streetart-Künstler entstammen sogar der Graffiti-Szene und sind dem illegalen Sprayen und Bemalen irgendwann entwachsen.

Beide Arten der Kunst nutzen zudem vielfältige Materialien, unter anderem:

  • Farbe, Pinsel und Malerrollen
  • Sprühdosen
  • Marker
  • Aufkleber

Auch unterschiedliche Stilmittel werden angewandt, wie zum Beispiel:

  • Stencil: Es werden zunächst Schablonen des späteren Bildes gefertigt, deren Ausschnitte anschließend mit der Farbe besprüht oder bemalt werden.
  • Scratching: Bilder oder Schrift werden in eine Oberfläche eingekratzt.
  • Etching: Bilder oder Schrift werden in einen Oberfläche durch Säure eingeätzt.
  • Style Writing: Das kunstvolle Gestalten von Buchstaben und Zahlen steht im Vordergrund.
Daneben sind inzwischen auch vermehrt Bilder zu sehen, die mit verschiedenfarbigen Klebebändern und Folien gestaltet werden. Unter anderem arbeitet die KlebeBande - Tape Art Kollektiv Berlin bereits seit den 1990er Jahren auf diese Weise und kann inzwischen auf ein beachtliches Portfolio schauen. So schmückt zum Beispiel seit 2016 ein 120 Quadratmeter großes Wandbild der KlebeBande eine Wand des Restaurants auf dem EUREF Campus am Gasometer Berlin-Schöneberg.

Urban Knitting - Verschönerung des öffentlichen Raums durch Stricken

Beim Urban Knitting, auch Guerilla Knitting genannt, werden Gegenstände wie Straßenlaternen, Pfosten oder Straßenbäume im öffentlichen Raum umstrickt oder umhäkelt. Zum Teil sollen diese damit einfach nur verschönert werden, teilweise steht allerdings auch eine politische Botschaft dahinter. Die ersten Knittings in Berlin sollen im Jahr 2010 am Klausenerplatz in Berlin-Charlottenburg gesichtet worden sein. Inzwischen kann man die oft recht bunten Strickwerke in der ganzen Stadt bewundern.

Die East Side Gallery - Street Art in Berlin

Die East Side Gallery an der Mühlenstraße in Berlin-Friedrichshain ist eine Open-Air-Galerie, die ab 1990 durch die Bemalung eines Teilstücks der Berliner Mauer entstanden ist. Fast 120 Künstler aus 21 Ländern waren an der Gestaltung der rund 1.300 Meter langen Mauer beteiligt, darunter Jens-Helge Dahmen, Dmitri Wladimirowitsch Wrubel, Thomas Klingenstein, Klaus Niethart, Birgit Kinder, Jim Avignon, Kani Alavi und Ingeborg Blumenthal. Da die Mauerbilder durch Witterungseinflüsse im Lauf der Jahre teilweise stark verwittert waren, wurde die East Side Gallery ab Herbst 2008 saniert. Vor einer Rekonstruktion der Bilder musste zunächst die Mauer wieder instandgesetzt werden. Im Anschluss wurden die noch lebenden Künstler der ersten Werke eingeladen, ihre Bilder gegen eine Aufwandsentschädigung zum zweiten Mal an die Mauer zu bringen. Nicht alle Künstler zeigten sich mit diesem Procedere einverstanden und einige lehnten die Beteiligung ab. Aus diesem Grund sind heute einzelne unbemalte Mauerflächen zu sehen. Dennoch gehört die East Side Gallery zu den Besuchermagneten Berlins und allein durch die vielen Selfies, die täglich entlang der Mauer gemacht werden, dürfte sie zu den bekanntesten Open-Air-Galerien der Welt zählen. Die OpenAirGallery auf der Oberbaumbrücke - Keine Straßenkunst, aber Kunst auf der Straße

Seit dem Jahr 2003 organisiert der Stadtteilausschuss Kreuzberg e.V. ein- bis zweimal im Jahr eine OpenAirGallery (https://openairgallery.berlin) zwischen Friedrichshain und Kreuzberg auf der Oberbaumbrücke. Die Brücke wird am Veranstaltungstag der Kunstmeile für den Autoverkehr gesperrt. Zu sehen und zu kaufen sind neben Werken der Malerei auch Fotografien, Grafiken, Collagen, Drucke und Skulpturen. Außerdem wird meistens eine lange Leinwand in der Mitte der Brücke ausgelegt, die von den Besuchern selbst bemalt werden darf.

Das Berlin Mural Fest - Überdimensionale Wandbilder von internationalen Künstlern

Seit 2018 organisiert der Berlin Art Bang e.V. das Berlin Mural Fest. Bekannte deutsche und internationale Künstler der Urban-Art-Szene gestalten in Zusammenarbeit mit Vermietern und Wohnungsverwaltungen großflächige Wandbilder an Berliner Hauswänden. Einen Namen hatte sich der Verein bereits mit dem Projekt THE HAUS gemacht. Im Frühling 2017 wurde ein zum Abriss freigegebenes Bankgebäude in der Nürnberger Straße komplett durch mehr als 100 Streetartkünstler in Beschlag genommen und von oben bis unten künstlerisch gestaltet. Jeweils ein Raum stand einem Einzelkünstler oder einer Künstlergruppe zur Verfügung. Das Interesse daran war überwältigend. Fast täglich standen die Leute zwischen Anfang April bis Ende Mai Schlange, um sich die Kunstwerke anzusehen. Der Besuch war nur im Rahmen einer Führung möglich und da nur 200 Personen gleichzeitig in das Gebäude gelassen wurden, war die Wartezeit enorm. Das HAUS gibt es inzwischen nicht mehr. Die Idee der Veranstalter aber, den Streetartkünstlern mehr Sichtbarkeit und Anerkennung zu verschaffen, ist geblieben und setzte sich 2018 und 2019 mit dem Berlin Mural Fest fort. Mit dabei waren bisher zum Beispiel Victor Ash, Mario Mankey, Tank, Size Two, KlebeBande, Die Dixons & Oliver Latta sowie SmugOne. Wer die Werke sehen möchte, macht sich auf den Weg nach Kreuzberg, Marzahn, Hellersdorf, Friedrichshain oder Prenzlauer Berg. Die Adressen sind unter anderem:

  • Friedrichshain
    Rigaer Straße 98 (Mr. Woodland)
    Warschauer Straße 58 (MTO)
  • Kreuzberg
    Friedrichstraße 9 (Aryz, PichiAvo)
    Görlitzer Straße 49 (Natalia Rak)
    Holzmarkt 25 (Klebebande, El Bocho, Tasso, Isakov)
    Luckauer Straße 14 (Herakut)
    Manteuffelstraße 12 (Tank)
    Manteuffelstraße 70 (Smug One)
    Wiener Straße 42 (Elle)
    Wrangelstraße 127 (Huarlu)
  • Mitte
    Lehrter Straße 30 (Weltbaum)
  • Hellersdorf
    Alte Hellersdorfer Straße 129 und 133 (Die Dixons & Oliver Latta und MadC)
    Ludwigsfelder Straße 12 und 14 (Boogie und Victor Ash)
  • Marzahn
    Märkische Allee 158 (Adry del Rocio und Akut)
    Murtzaner Ring 31 (Okuda San Miguel)
  • Neukölln
    Hermannstraße 198 (Size Two)
  • Prenzlauer Berg
    Ostseestraße 18 (Snik & Nuno Viegas)
  • Wedding
    Schulzendorfer Straße 23 (Mario Mankey)

Urban Nation - Von der Straße ins Museum

Um Sichtbarkeit und Anerkennung geht es auch im Urban Nation - Museum for Urban Contemporary Art in der Bülowstraße in Berlin-Schöneberg. Das im September 2017 eröffnete Museum ist das erste Streetart-Museum der Stadt und hat sich unter anderem zum Ziel gesetzt, urbane Künstler der ganzen Welt zusammenzubringen und junge Künstler zu fördern. Die Ausstellungen in dem alten Gründerzeithaus zwischen den U-Bahnhöfen Nollendorfplatz und Bülowstraße wechseln regelmäßig. Urban-Art-Künstler aus aller Welt erschaffen hierfür eigens Werke auf Leinwänden oder anderen Medien, die in den Ausstellungsräumen gezeigt werden können. Außerdem finden Workshops statt und es gibt ein umfassendes Archiv mit Fotos der Fotojournalistin Martha Cooper, die die Entwicklung urbaner Kunst seit Jahren dokumentiert. Im September 2019 veranstaltete das Urban Nation Museum eine Biennale, während der rund 25 internationale Künstlerinnen und Künstler die Bülowstraße mit Skulpturen, Installationen und Performances in eine Kunstmeile verwandelten. Unter anderem wurden Ekow, Dima Rebus, Sandra Chevier, Dan Rawlings, Gerhard Demetz und Rune Guneriussen aktiv. Auf der Fassade des Museums werden immer wieder neue Kunstwerke gezeigt. Außerdem sind auf Gebäuden in der näheren Umgebung weitere Wandbilder zu sehen, beispielsweise an der Bülowstraße 11. Im Rahmen des Programmes "One Wall" gestalten Künstler aus aller Welt Fassaden von Gebäuden in der ganzen Stadt. Auf diese Weise entstanden beispielsweise die Werke:

  • "Daphne & Apollo" von Francisco Bosoletti & Young Jarus in der Wassertorstraße 65, Berlin-Kreuzberg
  • "My head is a jungle" von Millo in der Luckauer Straße 12, Berlin-Kreuzberg
  • "We are many, but allways one" von Elle in der Wienerstraße 42, Berlin-Kreuzberg
  • "Reification" Nevercrew in der Zillestraße 29, Berlin-Charlottenburg
  • "Die Sonne wird im Ozean versinken" von Ricky Lee Gordon an der Landsberger Allee 121, in Prenzlauer Berg

Haus Schwarzenberg - Hotspot der Urban Art in Berlin-Mitte

Gelegen in den Hackeschen Höfen und damit unweit des Alexanderplatzes genießt das denkmalgeschützte Haus Schwarzenberg nicht nur bei Berlinern, sondern auch bei Touristen aus aller Welt eine große Popularität. Das Haus beherbergt neben dem Anne Frank Zentrum, einem Kino und einem Museum unter anderem auch verschiedene Ausstellungsräume. An den Wänden des Innenhofs jedoch haben verschiedene Künstler der Streetart-Szene ihre Spuren hinterlassen. Urban Art zum Mitnehmen und relevante Literatur gibt es indessen im Shop der Galerie Neurotitan.

Streetart und Graffiti auf dem Teufelsberg

Das Gelände einer ehemaligen Abhörstation der Alliierten auf dem Teufelsberg im Westen Berlins ist nicht nur als sogenannter Lost Place und aufgrund seiner Geschichte, sondern auch wegen der vielen Graffitis und Wandbilder sehenswert. Eine Vielzahl von Graffiti und Streetart-Werken entstanden während eines mehrtägigen Festivals im September 2017, an dem unter anderem Chiara Dahlem aus Luxemburg, Christaan Nagel aus Großbritannien, Alaniz aus Deutschland, Elf aus der Schweiz, Rebor Art and Pietro Campagnoli aus Italien und Helene Bur aus Spanien teilnahmen. Das Gelände kann inzwischen leider nur noch während einer neunzigminütigen Führung besichtigt werden. Termine in deutscher Sprache sind samstags und sonntags um 13 Uhr, freitags und an Feiertagen um 14 Uhr sowie in englischer Sprache samstags und sonntags um 15 Uhr. Karten können auf der Internetseite des Veranstalters oder vor Ort erworben werden. Treffpunkt ist immer an der Teufelsseecchaussee 10, Berlin-Charlottenburg.

LOA - Lichtenberg Open Art

Bereits seit 2012 besteht die Initiative LOA - Lichtenberg Open Art, die durch das Wohnungsunternehmen Howoge gegründet wurde. Das Unternehmen hat bereits damals das Potenzial erkannt, dass die Plattenbauten mit ihren großen Fassaden für Streetartkünstler bieten. Seit der Gründung entstehen alle zwei Jahre neue Werke wie das gigantische Wandbild "Eine Frage der Haltung" des Künstlerduos ZEBU. Zu sehen ist es an einem Haus in der Straße Am Tierpark 1-3 in Berlin-Lichtenberg.

Berlin mit der Streetart-Map oder auf einer Street Art Tour erkunden

Wer die Stadt nach Murals und Graffiti durchstreifen möchte, erhält mit der Streetart-Map Berlin
(https://www.def-shop.com/magazin/streetart-map-berlin-urban-art-kostenlos-erleben/) ein nützliches Instrument. Die Map orientiert sich an dem Berliner U-und S-Bahn-Plan und zeigt derzeit fast fünfzig Orte mit sehenswerten Wandbildern an, wie zum Beispiel Hallesches Tor, Eberswalder Straße und Kottbuser Tor. Gleich mehrere Murals finden sich auch in Alt-Tegel, der Endhaltestelle der U6.

Eine geführte Fahrradtour zum Entdecken der kreativsten Wandbilder und spannender Graffiti wird zwischen Mitte März und November durch die Kulturbrauerei in Prenzlauer-Berg angeboten. Die Tour geht über 15 Kilometer und dauert circa 3,5 Stunden. Fahrräder sowie Helme können beim Veranstalter Berlin on Bike ausgeliehen werden.

Eine junge Frau spielt Geige auf der Straße
Straßenkunst in Berlin: Dazu gehören auch Musiker - Symbolbild: © Frank Middendorf - stock.adobe. com

Die Stadt als Musikbühne

Zwar kann man auch im Winter vereinzelt Straßenkünstlern begegnen, aber ihre Hauptsaison beginnt dann, wenn die Temperaturen steigen und die Menschen gern länger auf der Straße verweilen. Ob auf der Warschauer Straße, am Alexanderplatz, auf der Oberbaumbrücke oder am Breitscheidplatz - an vielen Orten in Berlin wird musiziert, getanzt oder performed. Die Straßenkünstler kommen nicht nur aus Berlin, sondern aus den unterschiedlichsten Ländern. Gespielt wird nicht nur auf der Straße, sondern auch in Einkaufszentren, auf U-Bahnhöfen oder in Kneipen. Manche Künstler wurden bereits durch das Musizieren auf der Straße entdeckt. Die Sängerin und Songwriterin Elen zum Beispiel wurde vom Fleck weg für eine Tour mit Marius Müller Westernhagen engagiert und konnte inzwischen einen Plattenvertrag bei Vertigo Records von Universal Music unterschreiben. Maximilian Hecker begann seine Karriere als Straßenmusiker am Hackeschen Markt in Berlin-Mitte. Runter von der Straße und rauf auf die Bühne heißt es inzwischen bei Song Slams, bei denen noch unbekannte Singer/Songwriter vor einer Publikums-Jury gegeneinander antreten können. Veranstaltungsorte hierfür sind zum Beispiel der Heimathafen Neukölln, das Musik & Frieden und das YAAM.

Berlin lacht!

Seit mehreren Jahren heißt es in den Sommermonaten "Berlin lacht!", wenn der gleichnamige Verein sein internationales Straßentheaterfestival veranstaltet. Im Jahr 2019 gaben Künstler am Dorothea-Schlegel-Platz am Bahnhof Friedrichstraße, auf dem Alexanderplatz und am Washingtonplatz am Hauptbahnhof ihre Darbietungen bei freiem Eintritt zum Besten. Mit dabei sind in jedem Jahr Gaukler, Feuerkünstler, Puppenspieler, Illusionisten, Artisten, Beatboxer, Tänzer, Komiker und viele andere mehr. Auch Menschen, die sonst nicht ins Theater oder in den Zirkus gehen, kommen auf diese Weise in den Genuss der unterschiedlichsten Darbietungen.

Straßenkunst und Graffiti - Das ist in Berlin erlaubt

Nicht nur in Berlin können für das unerlaubte Bemalen oder Besprühen von Wänden und anderen Oberflächen hohe Geldstrafen bis sogar zu Freiheitsentzug fällig werden. Graffiti gilt strafrechtlich als Sachbeschädigung, wenn der Besitzer der besprühten oder bemalten Oberfläche nicht ausdrücklich seine Erlaubnis hierfür gegeben hat. Außerdem können Straftatbestände wie Hausfriedensbruch beim Betreten fremder Grundstücke sowie Eingriffe in den Straßen- oder Bahnverkehr hinzukommen. Wird für das Etching Flusssäure verwendet, besteht sogar ein Verbrechenstatbestand.

Es gibt jedoch in Berlin einige Flächen, auf denen das Anbringen von Graffiti auf Betreiben der Graffiti Lobby Berlin (https://www.graffiti-lobby-berlin.de) legal ist. Derzeit sind dies Wände am Alexanderplatz, im Mauerpark, am Nauener Platz sowie am Theater an der Parkaue. Außerdem gibt im Natur-Park Schöneberger Südgelände eine ehemalige Stützmauer, die montags bis samstags ab 15 Uhr von Graffiti-Künstlern legal bemalt und besprüht werden darf.

Der öffentliche Auftritt als Musiker, Akrobat oder Performancekünstler ist ebenfalls nicht überall gestattet. Für das Musizieren auf ausgewählten U-Bahnhöfen kann bei der BVG eine Sondergenehmigung beantragt werden. Erlaubt ist dann das Spielen auf einer Vielzahl von Instrumenten in normaler Lautstärke. Wer auf einem der öffentlichen Berliner Plätze oder auf der Straße Musik machen möchte, muss gesetzliche Regelungen beachten, die sich leider von Bezirk zu Bezirk unterscheiden können. In Berlin-Mitte beispielsweise darf unverstärkte Musik in der Regel zu festgelegten Zeiten auf öffentlichem Straßenland ohne Genehmigung gespielt werden. Wird hingegen ein Verstärker verwendet, muss hierfür eine sogenannte Ausnahmezulassung beim Umweltamt Mitte gegen Gebühr beantragt werden. Allerdings muss der Antrag bereits vier Wochen vor dem geplanten Termin beim Amt gestellt werden. Auch schauspielerische oder akrobatische Darbietungen erfordern eine Sondergenehmigung.
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Sightseeing in Berlin

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