Städtereise nach Berlin

Redaktion: Tkni / Letzte Aktualisierung: 07.04.2021

Städtereise nach Berlin
Tipps für Ihre Reise nach Berlin - Foto: © eyetronic

Unsere Tipps für Ihre Reise nach Berlin:

Berlin ist eine Reise wert, heißt es. Das stimmt nur zum Teil, denn Berlin bei nur einer Reise zu erkunden, ist kaum möglich. Selbst viele Berliner haben noch längst nicht alle Sehenswürdigkeiten und Attraktionen gesehen, die die deutsche Hauptstadt zu bieten hat. Berlin ist daher auf jeden Fall mehrere Reisen wert und ein Besuch der Stadt lohnt sich zu jeder Jahreszeit. >Unsere tipps für eine schöne Städtereise nach Berlin:

Kunst und Kultur am Geburtsort einer Metropole

Lange bevor Berlin ab 1920 zur Metropole wurde, lagen sich an der Spree im heutigen Stadtteil Mitte zwei Orte gegenüber, und zwar Kölln und Berlin. Die Stadt Kölln, die bereits im Jahr 1237 erstmals urkundlich erwähnt wurde, war aus einem Marktflecken hervorgegangen und befand auf einer Spreeinsel. Der Ort Berlin am nordöstlichen Spreeufer ist seit 1244 bekannt. Auf dem Gebiet des einstigen Kölln befinden sich heute unter anderem die Fischerinsel und die Museumsinsel. Die Fischerinsel war in alten Zeiten das Marktviertel. Heute wird das Gebiet durch Wohnhochhäuser dominiert, die ab der 1960er Jahren nach Abriss der historischen Bebauung entstanden. Entlang des Spreeufers und über die Roßstraßenbrücke lässt es sich jedoch vorzüglich bis zum Märkischen Museum spazieren, in dem sich in Dauer- und Sonderausstellungen alles um die Geschichte und Entwicklung Berlins von der Eiszeit bis heute dreht.

Die Museumsinsel ist Anziehungspunkt für Berliner und Touristen aus aller Welt und gehört als Welterbestätte der UNESCO zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Berlins. Exponate aus vielen Epochen werden besichtigt und bestaunt in fünf Museen, und zwar:

Einen ersten Überblick erhalten Besucher in der erst im Sommer 2019 eröffneten James-Simon-Galerie, die als Besucherzentrum für die komplette Museumsinsel dient. Über einen unterirdischen Gang erreicht man von hier aus das Neue Museum. Das Pergamonmuseum kann derzeit ausschließlich über die James-Simon-Galerie betreten werden. Über die Archäologische Promenade werden zukünftig auch das Alte und das Neue Museum mit der James-Simon-Galerie verbunden sein.

Sehenswertes in allen Berliner Bezirken

Wer die Alte Nationalgalerie besucht, sollte Ausschau nach Gemälden halten, die das alte Berlin zeigen. Der Maler Eduard Gaertner zum Beispiel zeigt den Boulevard Unter den Linden auf seinem gleichnamigen Bild aus dem Jahr 1852. Im Anschluss an den Museumsbesuch wird bei einem Spaziergang erkundet, welche Gebäude von Gaertners Bild noch erhalten sind und was sich im Lauf der Zeit verändert hat. Soviel sei verraten: Das Opernhaus (heute Staatsoper Unter den Linden), die St.-Hedwigs-Kathedrale und das Reiterstandbild Friedrichs des Großen von Christian Rauch sind auch heute noch zu sehen. Prunkvolle Gebäude in unmittelbarer Nähe sind aber auch der Berliner Dom, das Zeughaus, die Humboldt-Universität, die Neue Wache, das Palais des Prinzen Heinrich und nicht zu vergessen das Brandenburger Tor am westlichen Ende der Straße Unter den Linden. Das ehemalige Königliche Schloss gegenüber des Alten Museums und des Doms brannte leider im Krieg aus und wurde im Jahr 1950 abgerissen. Auch den Palast der Republik, der seit 1976 auf einem Teil des ehemaligen Schlossgeländes stand, gibt es nicht mehr. Stattdessen entsteht dort seit 2013 das Humboldt-Forum, ein Neubau mit rekonstruierten Fassadeteilen des einstigen Schlosses. Das Forum soll das Angebot der Museumsinsel mit weiteren Ausstellungen, Veranstaltungen und Fachbibliotheken erweitern.

Über Berlin verstreut, gibt es viele weitere interessante Bauwerke und Sehenswürdigkeiten. Zu diesen gehören:

  • Reichstagsgebäude
  • Funkturm in Charlottenburg
  • Fernsehturm in Mitte als höchstes Bauwerk Deutschlands
  • Rathaus Schöneberg, vor dem 1963 John F. Kennedy meinte "Ich bin ein Berliner"
  • Tempelhofer Feld, eine Park- und Freizeitfläche auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof sowie die alten Flughafengebäude
  • Gendarmenmarkt in Mitte mit Französischem Dom
  • Neue Synagoge in der Oranienburger Straße in Mitte
  • Mehr Sehenswürdigkeiten in Berlin
Auch bedeutende Schlösser und Herrenhäuser in Berlin sind einen Besuch wert, wie zum Beispiel:

Anziehungspunkte für Tierfreunde aus aller Welt sind hingegen:

  • der Zoologische Garten und das Aquarium im Ortsteil Tiergarten des Bezirks Mitte
  • Wildgehege im Spandauer und im Tegeler Forst
  • der weitläufige Tierpark in Friedrichsfelde im Bezirk Lichtenberg
  • Sea Life mit Aqua Dom in der Spandauer Straße in Mitte
  • Haus Natur und Umwelt in der Wuhlheide in Treptow-Köpenick
  • Reh- und Wildschweingehege im Volkspark Jungfernheide in Charlottenburg

Berlin - Die geteilte Stadt

Dass die Stadt von 1961 bis 1989 durch eine Mauer geteilt war, interessiert auch heute noch viele Besucher. Zu weiten Teilen ist die ehemalige Mauer heute abgetragen, aber Reste davon können noch in der Bernauer Straße, in der Liesenstraße und an der Niederkirchner Straße neben dem Ausstellungsgelände Topographie des Terrors besichtigt werden. Außerdem existieren noch fünf ehemalige Grenzwachtürme, unter anderem im Schlesischen Busch an der Puschkinallee in Treptow. Das längste erhaltene Teilstück der Mauer ist die East Side Gallery in Friedrichshain. Die Mauer wurde hier nach ihrer Öffnung zu Beginn des Jahres 1990 durch Künstler aus verschiedenen Ländern bemalt. Im Asisi Panorama Berlin am einstigen Grenzübergang Checkpoint Charly wird die Berliner Mauer zudem in einer Dauerausstellung als 360-Grad-Panorama dargestellt.

Warum sich ein Besuch in Berlins Randbezirken lohnt

Da Berlin im Zuge der Industrialisierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus allen Nähten platzte, wurde im Jahr 1920 per Gesetz die Eingemeindung mehrerer Städte, Landgemeinden und Gutsbezirke beschlossen. Berlin wurde dadurch zur damals drittgrößten Stadt der Welt. Größer waren nur London und New York. Zum Stadtgebiet kamen beispielsweise Köpenick, Schöneberg, Spandau, Lichtenberg, Charlottenburg und Neukölln hinzu. Die eingemeindeten Orte verfügten bereits über eine Infrastruktur mit eigenen Rathäusern, Marktplätzen sowie Kirchen und auch heute noch haben sie ihren ganz eigenen Charme. Berlin hat daher nicht nur ein Zentrum, sondern viele. In den Altstädten von Spandau oder Köpenick zum Beispiel fühlt man sich in eine andere Zeit zurückversetzt. Außerdem liegen beide Stadtteile inmitten von viel Wasser und Grün und laden damit zur Entspannung ein.
Sehenswert in Spandau sind unter anderem:

  • Zitadelle Spandau, eine gut erhaltene Festung aus dem 16. Jahrhundert
  • gotische St.-Nikolai-Kirche
  • Rathaus Spandau
  • Fachwerkhäuser im Kolk, das als ältestes Siedlungsgebiet Spandaus gilt und an die Altstadt grenzt

In Köpenick sollte man diese Sehenswürdigkeiten nicht versäumen:

  • Schloss Köpenick, das gegen Ende des 17. Jahrhunderts erbaut wurde und heute Exponate des Kunstgewerbemuseums enthält
  • Fischerkietz nahe der Altstadt mit mittelalterlichen Häusern
  • Rathaus Köpenick, das überregional durch die Geschichte des Schusters Friedrich Wilhelm Voigt bekannt wurde, der als angeblicher Hauptmann im Jahr 1906 das Rathaus besetzte und die Stadtkasse beschlagnahmte

Kultur genießen

Natürlich darf auch ebi einer Städtereise nach Berlin die Kultur nicht zu kurz kommen! In Berlin gibt es derzeit neben insgesamt 175 Museen und rund 300 Galerien auch die drei Opernhäuser Deutsche Oper, Staatsoper Unter den Linden und Komische Oper sowie mehr als 150 Theater und Kleinbühnen. Die bekanntesten sind:

  • Theater des Westens
  • Theater am Potsdamer Platz
  • Schaubühne am Lehniner Platz
  • Berliner Ensemble
  • Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz
  • Friedrichstadt-Palast
  • Deutsches Theater
  • Maxim-Gorki-Theater

Zusätzlich kommen Freunde klassischer Musik in der Berliner Philharmonie im Tiergarten und im Konzerthaus auf ihre Kosten.

Essen und Trinken halten auch in Berlin Leib und Seele zusammen

Das Essen ist in Berlin heute so vielfältig wie die Menschen, die in der Stadt leben. Es gibt neben deutschen zum Beispiel indische, türkische, syrische, vietnamesische, japanische, kroatische, serbische und tschechische Restaurants, daneben Lokale mit vegetarischen und veganen Speisen oder Gerichte der sogenannten Fusionsküche. Bis zum 19. Jahrhundert soll die Berliner Küche eine eher schlichte gewesen sein, bei der es eher um das Sattwerden und einen deftigen Geschmack als um Raffinesse ging. Typische Berliner Gerichte, zu denen häufig Kartoffeln gereicht werden, sind zum Beispiel:

  • Gepökeltes Eisbein mit Erbspüree und Sauerkraut
  • Blutwurst mit Sauerkraut
  • Kalbsleber mit gebratenen Apfelschnitzen und Zwiebeln
  • Kartoffel- und Erbsensuppe mit Bockwurst
  • Bulette mit Mischgemüse
  • Restaurants in Berlin

Einwanderer aus Schlesien, Ostpreußen, Pommern und Böhmen brachten nicht nur ihre Traditionen mit, sondern bereicherten die Berliner Küche durch neue Gerichte und andere Methoden. Großen Einfluss hatten auch die Hugenotten, die im 17. Jahrhundert aus Frankreich immigrierten. Traditionelles Berliner Essen wird in zahlreichen Restaurants mit gutbürgerlicher Küche oder Hausmannskost serviert, wie zum Beispiel in "Zur letzten Instanz" in Mitte. Das Lokal wurde bereits im 16. Jahrhundert als Branntweinstube eröffnet und gehört damit zu den ältesten Gaststätten Berlins. Auf eine lange Tradition blicken aber auch die "Dicke Wirtin" am Savignyplatz, die "Schöneberger Weltlaterne" in der Motzstraße, "Zum Nussbaum" im Nikolaiviertel und das 1892 gegründete Restaurant "Wilhelm Hoeck" in der Wilmersdorfer Straße zurück. Ein Stück des alten Berlins erleben zudem Gäste des "Leydicke" in der Schöneberger Mansteinstraße. Die in vierter Generation geführte Kneipe wurde bereits im Jahr 1877 durch die Berliner Likörhersteller Max und Emil Leydicke aufgemacht und soll seine Einrichtung seitdem kaum verändert haben. Heute wie damals werden selbst hergestellte Liköre und Obstweine verkauft. Ab und zu gibt es außerdem Live-Musik.

Berlin bei Nacht

Berlin hat seit jeher den Ruf, dass es sich hier bestens feiern lässt. Da die Stadt normalerweise keine Sperrstunde kennt, laden manche Kneipen und Bars fast rund um die Uhr zum geselligen Beisammensein ein. In zahlreichen Clubs und Konzerthäusern gibt es regelmäßig Live-Musik oder DJ-Sets zu genießen. Auch wenn das Ausgehen in ganz Berlin Spaß macht, sind einige Viertel besonders für ihr pulsierendes Nachtleben und viele Ausgehmöglichkeiten bekannt:

  • rund um den Boxhagener Platz, in der Simon-Dach-Straße und auf dem RAW-Gelände in der Revaler Straße (Friedrichshain)
  • um den Winterfeldplatz herum (Schöneberg)
  • in der Oranienstraße, um den Hackeschen Markt und in der Torstraße (Mitte)
  • in der Weserstraße (Neukölln)
  • in der Oranienstraße und rund um den U-Bahnhof Schlesisches Tor (Kreuzberg)
  • Das Berliner Nachtleben

In Berlin von A nach B auf vielen Wegen

Wie es sich für eine Großstadt gehört, hat Berlin ein umfangreiches Streckennetz öffentlicher Verkehrsmittel. Die im Jahr 1902 eröffnete U-Bahn hat derzeit mehr als 170 Bahnhöfe und neun Linien. Viele Sehenswürdigkeiten und beliebte Orte erreicht man mit der U2, die zum Beispiel am Olympiastadion, am Bahnhof Zoologischer Garten, am Potsdamer Platz und am Alexanderplatz Halt macht. Die Linie U1 verbindet Friedrichshain und Kreuzberg mit Schöneberg und Charlottenburg. Da die Bahn auf dieser Strecke teilweise oberirdisch fährt und dabei auch die Spree auf der Oberbaumbrücke kreuzt, ist diese Tour besonders zu empfehlen. Die längste U-Bahn-Strecke ist die der U7, die Rudow über Neukölln, Kreuzberg, Schöneberg, Wilmersdorf und Charlottenburg mit Spandau verbindet.

Die Berliner S-Bahn bedient insgesamt fast 170 Bahnhöfe, von denen einige bereits im Land Brandenburg liegen. Insbesondere die wald- und wasserreichen Randbezirke wie Köpenick, Grünau und Wannsee sind mit der S-Bahn aus der Innenstadt gut zu erreichen. Aber auch interessante Ziele in der Innenstadt sind durch S-Bahn-Linien verbunden. Wichtige Bahnhöfe für Touristen sind zum Beispiel Südkreuz, Potsdamer Platz, Brandenburger Tor, Friedrichstraße, Alexanderplatz, Ostbahnhof, Warschauer Straße, Pankow und Messe Nord/ICC. Das Angebot der S- und der U-Bahn wird durch Regionalzüge ergänzt, die innerhalb der Stadt auf dem Streckennetz der S-Bahn mit den S- oder U-Bahnfahrkarten genutzt werden können.

Sehenswertes für eine Städtereise nach Berlin
Eine Städtereise nach Berlin lohnt sich ganz sicher!
Foto: © elxeneize

Außerdem gibt es ein weitflächiges Stadtbusnetz und die Straßenbahn. Das Busnetz besteht aus normalen Stadtbuslinien, dem Metrobus, dem Expressbus und dem Nachtbus. Der Metrobus ist am großen M vor der Liniennummer zu erkennen und fährt tagsüber auf stark frequentierten Strecken. Der Expressbus ist mit einem X gekennzeichnet und hält nicht an allen Haltestellen, um schneller als der normale Stadtbus zwischen Anfangs- und Endhaltestelle zu verkehren.

Die Berliner Straßenbahn gehört zu den ältesten und größten Straßenbahnnetzen der Welt, obwohl sie heute fast nur im Ostteil der Stadt verkehrt. Durch die Straßenbahn ist der Stadtbezirk Mitte beispielsweise mit Pankow, Weißensee, Hohenschönhausen, Ahrensfelde und Marzahn verbunden.

Da Berlin eine sehr wasserreiche Stadt ist, gehören zum Liniennetz der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sechs Fährlinien, die über den Großen Wannsee, die Spree, die Dahme, den Langen See, den Müggelsee und die Müggelspree fahren. Ausflugs- und Tagestouren bietet die Stern und Kreisschiffahrt GmbH an. Von den Abfahrtsstellen an der Friedrichstraße, am Kanzleramt, am Treptower Park und an der Jannowitzbrücke geht es unter anderem zum Treptower Park, nach Köpenick, nach Friedrichshagen oder nach Wannsee.
Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg hält für Touristen spezielle Angebote bereit, wie zum Beispiel die Berlin WelcomeCard, die Berlin CityTourCard, den EasyCityPass sowie den QueerCity Pass Berlin. Mit diesen hat man für einen ausgewählten Zeitraum nicht nur freie Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Berlin und auf Wunsch auch in Potsdam, sondern spart auch kräftig bei den Eintrittspreisen für zahlreiche Attraktionen.

Ein Tag in Berlin reicht nicht aus

Man kann nur für einen Tag nach Berlin kommen, aber man muss es nicht. In Berlin gibt es viele angenehme Übernachtungsmöglichkeiten. Für jeden Geldbeutel und Geschmack ist etwas dabei. Jeglichen Komfort bieten Luxushotels wie das Marriott Hotel, das Grandhotel The Ritz-Carlton, das Grand Hyatt und natürlich das weltberühmte Adlon am Brandenburger Tor. Wer mehr als ein Hotelzimmer möchte, bucht sich ein Apartment zum Beispiel im Aparthotel Belfort in Prenzlauer Berg, im Aparthotel Vega in Charlottenburg oder im Apartmenthouse Berlin am Görlitzer Park in Kreuzberg. Weit günstiger ist das Schlafen indessen in einer Pension, einem Hostel oder in einer Jugendherberge, die es in allen Stadtteilen gibt. Darüber hinaus ist der Aufenthalt im eigenen Zelt oder im Wohnwagen auf mehreren Campingplätzen in Berlin möglich, zum Beispiel in Spandau auf dem Campingplatz Kladow und auf dem Campingplatz Gatow oder in Köpenick auf dem Campingplatz Krossinsee.

Quellen und weiterführende Informationen für Ihre Städtereise nach Berlin:

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