Umzug in Berlin selber machen: So organisieren Sie Ihren Wohnungswechsel erfolgreich

Text: K. K. (Berlinerin) / Letzte Aktualisierung: 01.07.2026

Umzug in Berlin selber machen
Für den Umzug muss alles gut verpackt sein - Foto: © didesign - stock.adobe. com

Der Berliner Wohnungsmarkt ist weiterhin angespannt - wer eine neue Wohnung gefunden hat, möchte den Umzug oft schnell und kostengünstig über die Bühne bringen. Ein selbst organisierter Umzug kann dabei mehrere hundert Euro sparen und gibt Ihnen die volle Kontrolle über den Ablauf. Mit der richtigen Planung und Organisation wird Ihr Wohnungswechsel in der Hauptstadt zum Erfolg.

Die ersten Schritte vor dem Umzug

Sobald Sie den neuen Mietvertrag unterschrieben haben, sollten Sie umgehend Ihren bisherigen Mietvertrag kündigen. In der Regel gilt eine Kündigungsfrist von drei Monaten. Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem aktuellen Vermieter - oft können Sie die Wohnung früher übergeben, wenn Sie einen geeigneten Nachmieter finden. So können Sie doppelte Mietzahlungen vermeiden. Klären Sie mit dem Vermieter, ob evtl. Einbauten in der Wohnung verbleiben können. Für eine reibungslose Wohnungsübergabe sollten Sie vorab klären was in der Wohnung noch gemacht werden sollte. Evtl. übernimmt der Nachmieter Einbauten und möchte selbst renovieren.

Umzugsunternehmen oder selber machen?

Ein Umzugsunternehmen ist sinnvoll, wenn Sie wertvolle Antiquitäten, einen Flügel oder besonders schwere Möbel wie massive Eichenschränke transportieren müssen. Für eine durchschnittliche Drei-Zimmer-Wohnung in Berlin verlangen Umzugsunternehmen zwischen 800 und 1.500 Euro. Deutlich preiswerter wird es, wenn Sie den Umzug selbst organisieren - hier fallen nur Kosten für Fahrzeugmiete, Benzin und Umzugsmaterial an, meist zwischen 150 und 400 Euro. Hinzu kommen evtl. Kosten für bezahlte Umzugshelfer. Weitere Tipps zum Thema Umzug planen in Berlin

Die richtige Vorbereitung ist das A und O

Umzugsplan erstellen

Beginnen Sie etwa acht Wochen vor dem Umzugstermin mit der Planung. Erstellen Sie eine Checkliste mit allen wichtigen Terminen und Aufgaben. Darauf können Sie alles bereits Erledigte abhaken und haben einen Überblick was noch zu tun ist. Eine Aufgabenliste kann auch prima über eine App erstellt werden. Zum Beispiel mit ToDoIst.

Wohnung gründlich ausmisten

Nutzen Sie den Umzug für eine gründliche Sichtung Ihres Hausrats. Was Sie nicht mehr benötigen, muss nicht mit in die neue Wohnung. Spenden Sie gut erhaltene Kleidung und Haushaltsgegenstände an Berliner Sozialkaufhäuser oder verkaufen Sie sie über Online-Plattformen. Sperrmüll können Sie von der BSR abholen lassen.

Umzugsmaterial besorgen

Besorgen Sie rechtzeitig ausreichend Umzugskartons, Packpapier, Luftpolsterfolie und Klebeband. Für den Transport benötigen Sie außerdem Spanngurte zur Ladungssicherung, Decken zum Schutz der Möbel vor Kratzern und Möbelroller und Tragegurte, um schwere Gegenstände leichter bewegen zu können.
Die Baumärkte in Berlin wie Bauhaus, Hornbach oder OBI bieten Umzugskartons ab ca. 1,30€ pro Stück sowie weiteres Umzugsmaterial an. Manche Händler haben sogar Umzugssets mit Kartons, Klebeband, Folie und Stift im Sortiment. Alternativ erhalten Sie kostenfrei Kartons in Supermärkten - fragen Sie dort nach stabilen Bananenkartons. Eine weitere Option sind gebrauchte Umzugskartons: Erkundigen Sie sich in der Nachbarschaft, bei Freunden oder in lokalen Communities (z.B. in der Facebook-Gruppe Ihres Kiezes). Wichtig dabei: Überprüfen Sie, ob die Kartons noch stabil genug sind und keine Risse oder Feuchtigkeitsschäden haben.

Professionell verpacken

Packen Sie schwere Gegenstände nach unten und leichte oben drauf. Achten Sie darauf, dass ein Karton nicht mehr als 20 Kilogramm wiegt. Versehen Sie die Kartons mit einem Hinweis auf den Inhalt und in welchem Raum der Karton in der neuen Wohnung landen soll. Zerbrechliches umhüllen Sie mit Packpapier oder Handtüchern. Kartons mit Büchern sollten Sie nur halb befüllen - ein voller Bücherkarton wiegt schnell 30 Kilogramm. Als Faustformel können Sie etwa einen Umzugskarton pro Quadratmeter Wohnfläche rechnen.

Wann was einpacken?

Beginnen Sie mit Gegenständen, die Sie selten benötigen: Bücher, Deko-Artikel, Winterkleidung im Sommer oder umgekehrt. Diese können Sie bereits Wochen vor dem Umzug verstauen. Alltägliche Dinge wie Küchenutensilien und Kleidung packen Sie erst kurz vor dem Umzug ein. Lassen Sie praktische Kleingeräte wie Mikrowelle, Wasserkocher oder Kaffeemaschine bis zum Umzugstag ausgepackt - so können Sie sich auch während der Umzugsvorbereitung noch schnell etwas Warmes zubereiten. Packen Sie eine Notfalltasche mit den wichtigsten Utensilien für die ersten Tage: Duschbad, Shampoo, Zahnpasta, Wechselkleidung für alle Familienmitglieder, Hausapotheke sowie wenn nötig Utensilien für Ihr Baby oder Haustier. Halten Sie außerdem für Notfälle Scheuerlappen, Eimer und Allzweckreiniger bereit - diese sind unverzichtbar, wenn beim Transport etwas verschüttet wird oder die neue Wohnung vor dem Einzug noch einmal gereinigt werden muss.

Werkzeug bereit halten

Überlegen Sie vorher, welches Werkzeug Sie benötigen und legen dieses am Umzugstag griffbereit. Sinnvoll sind Schraubenzieher in verschiedenen Varianten, Akkuschrauber, Bohrmaschine (beide eventuell am Vortag nochmal aufladen), Inbusschlüssel, Phasenprüfer, Kombi- und Rohrzange, Hammer, Zollstock, Wasserwaage, Cuttermesser und Schere. So können Sie sowohl beim Abbau in der alten als auch beim Aufbau in der neuen Wohnung sofort loslegen.

Was vorher schon erledigt werden kann

Möbel sollten Sie nach Möglichkeit bereits vor dem Umzugstag abbauen. Packen Sie Schrauben und andere Kleinteile in eine Tüte und kleben Sie diese direkt an das entsprechende Möbelstück - so geht beim Umzug nichts verloren. In der neuen Wohnung können Sie bereits vor dem Umzugstag Lampen montieren und bei Bedarf renovieren. Falls Sie neue Möbel gekauft haben, lassen Sie diese direkt in die neue Wohnung liefern und dort aufbauen. Reinigen Sie die neue Wohnung außerdem einmal gründlich, bevor Sie Ihre Sachen hineinbringen.

Fahrzeug organisieren

Für eine Zwei-Zimmer-Wohnung reicht meist ein Sprinter, für größere Wohnungen sollten Sie einen 7,5-Tonner mieten. Einige Autovermietungen in Berlin wie z.B. Sixt, Europcar und lokale Vermieter bieten Transporter an. Reservieren Sie das Fahrzeug rechtzeitig, besonders an Wochenenden sind die Fahrzeuge oft ausgebucht. Denken Sie daran: Für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen benötigen Sie oder ein Umzugshelfer einen entsprechenden Führerschein.

Halteverbotszone für den Umzug beantragen
Beantragen Sie für den Umzug eine Halteverbotszone - Foto: © Robert - stock.adobe. com

Halteverbotszone beantragen

In vielen Berliner Wohngebieten ist die Parkplatzsituation angespannt - durch das Beantragen einer Halteverbotszone reservieren Sie sich den Platz direkt vor der Haustür und müssen schwere Möbel und Kartons nicht weit tragen.

Eigenantrag beim Amt
In Berlin ist dafür je nach Bezirk die Straßenverkehrsbehörde bzw. das Straßen- und Grünflächenamt zuständig. (Genaue Informationen können Ihnen die Berliner Bezirksämter geben.) Die Gebühren richten sich nach Umfang und Dauer des Halteverbots. Reichen Sie den Antrag rechtzeitig ein, da die Bearbeitung mehrere Wochen dauern kann. (Schließlich sind wir ja in Berlin.) Beachten Sie: Das Amt stellt nur die Genehmigung aus - für das Aufstellen der Schilder müssen Sie zusätzlich eine Firma beauftragen. Sie benötigen genaue Angaben zu Datum, Uhrzeit, Länge der Halteverbotszone und eine Begründung für den Antrag.

Halteverbotszone von einem Dienstleister beantragen lassen
Alternativ können Sie Dienstleister beauftragen, die den gesamten Antragsprozess und das Aufstellen der Schilder übernehmen. Die Anbieter übernehmen die Kommunikation mit den Behörden, stellen rechtzeitig die Anträge, organisieren das Aufstellen und Abholen der Schilder und kümmern sich um alle Formalitäten. Das kostet zwar mehr, spart aber Zeit und Nerven. [ 2 ]

Helfer organisieren

Planen Sie für eine Drei-Zimmer-Wohnung mindestens vier bis sechs Helfer ein. Kümmern Sie sich rechtzeitig um Ihre Umzugshelfer, da diese möglicherweise Urlaub nehmen müssen. Fragen Sie in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis oder wenden Sie sich an studentische Jobvermittlungen. Weitere Möglichkeiten sind Onlinejobbörsen, lokale Social Media Gruppen, Kleinanzeigen oder das Schwarze Brett im Supermarkt.

Verpflegung für den Umzugstag

Umzugshelfer haben Hunger und Durst. Planen Sie für jeden Helfer etwa 15-20 Euro für Verpflegung ein. Klassiker für den Umzug sind belegte Brötchen, die sich gut vorbereiten lassen. Sie können auch Nudel- oder Kartoffelsalat am Vorabend zubereiten. Buletten und Würstchen lassen sich gut kalt essen und sind praktisch für zwischendurch. Als Erfrischung eignet sich Obst, für den Energienachschub Muffins, Müsliriegel und Kekse. Notfalls können Sie auch eine Pizza bestellen. Bieten Sie verschiedene Getränke wie Mineralwasser, Schorle, Saft und Limonade an, am besten in kleinen Flaschen, damit sich jeder nach Bedarf bedienen kann. Denken Sie auch an Kaffee, der besonders bei längeren Umzügen für Energie sorgt.

Nachbarn informieren

Informieren Sie die Nachbarn sowohl in der alten als auch in der neuen Wohnung über den Umzugstermin. Das schafft Verständnis für den unvermeidlichen Lärm und kann sogar zu hilfreicher Unterstützung führen.

Betreuung organisieren

Eltern haben am Umzugstag oft wenig Zeit für die Kinder und können sich nicht ausreichend um sie kümmern. Organisieren Sie eine Betreuung bei Verwandten oder Freunden. Auch für Haustiere sollten Sie eine ruhige Umgebung fernab vom Umzugstrubel finden.

Erreichbar bleiben

Melden Sie Ihren Telefonanschluss rechtzeitig um, da häufig ein Technikertermin vereinbart werden muss. Beauftragen Sie bei der Post rechtzeitig einen Nachsendeauftrag, damit keine wichtige Post verloren geht.

Tipp:
Nehmen Sie rund um den Umzugstag mindestens drei bis vier Tage Urlaub. Bei einigen Arbeitgebern gibt es für Umzüge einen extra freien Tag. Das Packen der letzten Gegenstände dauert länger als gedacht, und in der neuen Wohnung müssen Lampen montiert, Jalousien angebracht und Möbel aufgebaut werden. Diese Arbeiten lassen sich nicht zwischen Tür und Angel erledigen.

Tipps für den Umzugstag

Aufgaben der Umzugshelfer

Überlegen Sie vorher, wer welche Aufgaben übernehmen kann. Kräftigere Helfer transportieren schwere Möbel und Kartons, während andere die leichteren Gegenstände übernehmen können. Handwerklich begabte Helfer sind ideal für den Möbelaufbau, das Montieren von Lampen oder das Anbringen von Jalousien in der neuen Wohnung. Falls niemand aus Ihrem Helferkreis handwerklich begabt ist, organisieren Sie rechtzeitig einen Handwerker. Seien Sie in der Wohnung ansprechbar für die Umzugshelfer bei Fragen was wohin gehört. Wichtig: Lassen Sie die Sachen nicht einfach mitten im Raum abstellen - Möbel sollten möglichst gleich an ihren Platz gestellt werden, Kartons stapeln Sie an der Wand. Benennen Sie außerdem jemanden, der sich um die Verpflegung der Helfer kümmert.

Transportfahrzeug richtig beladen

Beladen Sie das Fahrzeug systematisch: Schwere Möbel und Kartons gehören nach hinten an die Stirnwand und nach unten. Leichte Gegenstände kommen nach oben und nach vorne. Achten Sie auf gleichmäßige Gewichtsverteilung, damit das Fahrzeug nicht einseitig belastet wird. Sichern Sie die Ladung mit Spanngurten und füllen Sie Lücken mit weichen Gegenständen wie Kissen oder Decken aus, damit nichts verrutschen kann. Empfindliche Gegenstände wie Fernseher oder Spiegel transportieren Sie am besten stehend und gut gepolstert. Denken Sie daran: Was zuerst hineinkommt, kommt zuletzt heraus - planen Sie die Beladung entsprechend der Ausräum-Reihenfolge in der neuen Wohnung.

Auspacken nach dem Umzug
Nach dem Umzug in Ruhe auspacken - Foto: © Robert Kneschke - stock.adobe. com

Welchen Raum zuerst einräumen?

Setzen Sie sich nicht unter Zeitdruck - räumen Sie am Umzugstag nur das Nötigste ein, um die erste Nacht zu überstehen. Beginnen Sie mit der Küche: Schließen Sie Kaffeemaschine, Kühlschrank und Geschirrspüler an und räumen Sie das nötigste Geschirr ein. Als nächstes räumen Sie das Bad ein, damit Sie sich frisch machen können. In Schlaf- und Kinderzimmern sollte zumindest das Bett an seinem Platz stehen und bezogen werden, damit alle eine Schlafmöglichkeit haben. Am nächsten Tag können Sie dann entspannt Raum für Raum einräumen und alles an seinen endgültigen Platz stellen.

Nach dem Umzug: Diese Aufgaben stehen an

  • Alte Wohnung übergeben
    Prüfen Sie vor der Wohnungsübergabe, ob Schönheitsreparaturen nötig sind. Beseitigen Sie Bohrlöcher und streichen Sie Wände, wenn Sie laut Mietvertrag dazu verpflichtet sind. Bei der Übergabe sollten alle Schlüssel vollständig zurückgegeben und ein Übergabeprotokoll erstellt werden. Lesen Sie den Strom- und Wasserzähler ab, am besten mit Zeugen. [ 3 ]
  • Wohnung ummelden
    Melden Sie Ihren neuen Wohnsitz innerhalb von 14 Tagen beim zuständigen Bürgeramt an. Das können Sie in Berlin auch online erledigen. Dazu benötigen Sie Personalausweis, Mietvertrag oder Wohnungsgeberbestätigung. [ 1 ]
  • Fahrzeug ummelden
    Ihr Auto müssen Sie bei den Berliner KFZ-Zulassungsstellen ummelden, nachdem Sie zuvor die Adressänderung beim Bürgeramt erledigt haben. Das können Sie online erledigen, dafür benötigen Sie einen Ausweis mit Online-Funktion, die Zulassungsbescheinigung Teil I und eine Kreditkarte oder ein Paypal-Konto zum Bezahlen.
  • Weitere Adressänderungen
    Informieren Sie das Finanzamt über Ihren Umzug, besonders wichtig für Hundebesitzer wegen der Hundesteuer. Benachrichtigen Sie außerdem Ihre Bank, Arbeitgeber, Versicherungen sowie Kindergarten oder Schule über die neue Adresse.

Tipp:
Nutzen Sie den Umzug für einen Wechsel des Strom- und Gasanbieters. Vergleichsportale zeigen Ihnen die günstigsten Tarife für Ihre neue Adresse. Bei einem Wechsel können Sie oft mehrere hundert Euro pro Jahr sparen. Kündigen Sie den alten Vertrag rechtzeitig und melden Sie sich beim neuen Anbieter an, bevor Sie einziehen.
Erfahren Sie bei uns wie man einen guten Stromanbieter in Berlin findet.

Die verdiente Einweihungsparty

Wenn alle Formalitäten erledigt sind, die Möbel stehen und die ersten Bilder hängen, ist es Zeit für eine Einweihungsparty. Laden Sie Ihre Umzugshelfer und neuen Nachbarn ein - das stärkt das Gemeinschaftsgefühl und ist ein gelungener Abschluss für Ihren Umzug.

Weiterführende Informationen und Quellenangaben:

Wohnen in Berlin:

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