Immobilienmarkt in Berlin

Immoblienmarkt in Berlin
Der Immobilienmarkt in Berlin - Beispielfoto: © ALDECAstudio

Wissenswertes über den Immobilienmarkt in Berlin. Informationen für Mieter und Investoren:

Der Berliner Immobilienmarkt - Geprägt von verschiedenen Aspekten

Berlin ist seit den 1990er Jahren eine wirtschaftlich boomende Stadt und der Trend hält an. Aber auch die vielen kulturellen Angebote, zahlreiche Grünflächen und die wasserreiche Umgebung führen dazu, dass es immer mehr Menschen in diese Stadt zieht. Die Folge: Wohnraum wird immer knapper und der Neubau beziehungsweise die Sanierung vorhandener Wohnungen kommen kaum noch hinterher. Wer den Berliner Immobilienmarkt betrachtet, stellt deshalb seit Jahren eine kontinuierliche Preissteigerung fest. Das betrifft sowohl Mietwohnungen als auch Kaufimmobilien. Der Berliner Immobilienmarkt unterscheidet sich von dem in vielen anderen Städten durch verschiedene Punkte. Zum einen gibt es hier eine sehr dezentrale Struktur, zum anderen ist Berlin traditionell eine Stadt der Mieter. [ Tipps zur Wohnungssuche in Berlin ]

1. Aspekt / Immobilienmarkt in Berlin - Die dezentrale Struktur

Wer sich einmal außerhalb der City bewegt, wird feststellen, wie wenig homogen Berlin ist und wie sich reine Stadtgebiete mit eher ländlich anmutenden abwechseln. Das hat einen triftigen Grund: Die Stadt war im Zuge der Industrialisierung seit der 1920er Jahre durch die Eingemeindung vieler Orte enorm gewachsen. Im Jahr 1920 wurde ein Gesetz über die Bildung einer neuen Stadtgemeinde Berlin, das sogenannte Groß-Berlin-Gesetz, verabschiedet, worauf die vorher kreisfreien Städte Schöneberg, Wilmersdorf, Charlottenburg, Köpenick, Spandau und Lichtenberg sowie zahlreiche Landgemeinden und Gutsbezirke der Kreise Teltow, Osthavelland und Niederbarnim in das Stadtgebiet eingemeindet wurden. Die meisten der ehemaligen Orte hatten ein eigenes Zentrum, das auch heute noch erkennbar ist. Leider sind sich viele Investoren und auch die Stadtplaner dessen oftmals nicht bewusst und verlagern ihre Bautätigkeiten vor allem in die Innenstadtbezirke. Doch auch diese haben keine zentrale Struktur. Durch die Teilung der Stadt zwischen 1961 bis 1989 sind zwei Stadtzentren entstanden, und zwar die City-Ost um den Alexanderplatz in Mitte und die City-West um den Breitscheidplatz in Charlottenburg.

2. Aspekt des Berliner Immobilienmarkts: Berlin ist eine Mieterstadt

Zwar gibt es auf dem Immobilienmarkt Berlin eine große Anzahl an Eigenheimen und Eigentumswohnungen, aber traditionell ist die Stadt eine Mieterstadt. Die Ursache hierfür liegt ebenfalls in der Industrialisierung begründet. Nach dem Entstehen von Groß-Berlin in den 1920er Jahren wurden zunehmend Wohnungen benötigt, denn es kam zu einem rasanten Bevölkerungswachstum. Landwirte der eingemeindeten Orte verkauften riesige Landflächen an Bauinvestoren und Spekulanten, die zumeist mehrgeschossige Mietshäuser mit einem oder mehreren Hinterhöfen bauten. Dadurch entstanden vor allem Mietwohnungen der unterschiedlichsten Preisklassen. Diese Art der Bebauung herrscht in den Altbaugebieten beziehungsweise Gründerzeitquartieren auch heute noch vor. In eng bebauten Gebieten gibt es kaum Lücken für den Neubau und leider wurden in den letzten Jahren viele Mietwohnungen in Eigentum umgewandelt. [ Was tun bei Mieterhöhung? ]

3. Aspekt des Berliner Immobilienmarkts: Es gibt verschiedene Arten von Wohnformen

Sieht man einmal von Wohneigentum oder Mietswohnungen ab, muss der Berliner Immobilienmarkt auch hinsichtlich unterschiedlicher Wohnungsarten betrachtet werden. Insbesondere gibt es in der Stadt folgende:

  • freifinanzierte Alt- und Neubauten
  • Wohnungen der städtischen Wohnungsbaugesellschaften, und zwar Gewobag, degewo, Gesobau, HOWOGE, WBM sowie Stadt und Land
  • Wohnungen von rund 80 Wohnungsbaugenossenschaften, wie zum Beispiel GeWoSüd, Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 eG und Wohnungsbaugenossenschaft Berolina eG
    [ Weitere Wohnungsbaugesellschaften in Berlin ]
  • Werks- und Betriebswohnungen, die in der Regel an die Betriebszugehörigkeit gebunden sind
  • Eigentumswohnungen
  • Eigenheime, meistens Ein- oder Zweifamilienhäuser

4. Aspekt vom Immobilienmarkt in Berlin: Die Immobilienpreise steigen stetig

Auf dem Immobilienmarkt in Berlin ist zur Zeit richtig was los! Wie Gutachterberichten entnommen werden kann, steigen die Preise für Immobilien und damit auch die Mieten in Berlin derzeit noch immer unaufhaltsam. Vor allem internationale Investoren drängen auf den Berliner Immobilienmarkt, die von niedrigen Zinsen, dem Wachstum der Bevölkerung sowie der guten Wirtschaftslage Berlins profitieren. Für Immobilienkäufer und vor allem für Mieter sieht die Lage derzeit eher nicht rosig aus und auch Instrumente der Politik wie die Mietpreisbremse oder die Einrichtung von Milieuschutzgebieten haben bisher kaum zu sozialverträglichen Kosten geführt. In manchen Wohngegenden kommt es somit zur Verdrängung alteingesessener Mieter, die sich die hohen Mieten nicht mehr leisten können oder wegen der Umwandlung ihrer Miet- in eine Eigentumswohnung gehen müssen. Es bleibt abzuwarten, wie der Berliner Senat diese Probleme zukünftig angehen wird.
[ Ist Mietkauf in Berlin eine gute Idee? ]
Text: H.J. / Stand: 27.10.2018

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