Udo Walz

Udo Walz (geb. 1944) ist ein Friseur, der u.a. durch seine prominente Kundschaft bekannt wurde.

Udo Walz: der Copperfield seiner Zunft

Er ist Deutschlands mächtigster Figaro. Allein in Berlin hat er vier Salons. Davon wurde der erste 1985 am Kurfürstendamm eröffnet, 1993 eröffnete "Hauptgeschäft" im Kempinski-Hotel. Aber auch die Schickeria auf Mallorca lässt sich von ihm gern das Haupt verschönern. Als einer der angesagtesten Society-Friseure, die das Handwerk zu bieten hat, verpaßte Udo Walz nicht nur Politgrößen wie z.B. der Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ex-Kanzler Schröder einen neuen Look, sondern auch Stars und Sternchen aus dem Showbusiness schwören auf "ihren" Lieblingsfriseur. Obwohl man das Wort "Friseur" bei Walz eigentlich nicht anwenden sollte. Der Begriff "Hairstylist" ist vielelicht die würdigere Bezeichnung. Mancherorts stilisiert man ihn sogar zum "Magier", zu einem Zauberkünstler, der jedem die perfekte Haartracht zaubern.

Kurzbiografie Udo Walz

Der Bildzeitung verriet er anläßlich seines 60.Geburtstages: "Was meine ersten Frisuren betrifft, dachten die Leute, ich habe einen Knall! Mein Stil war sehr minimalistisch, besser: simpel. Vielleicht habe ich auch deswegen die drittschlechteste Gesellenprüfung gemacht. Egal. Ich bin meinem Stil treu geblieben." In der Tat: was mancher nicht glauben kann, ist wahr. Nach seiner Friseurlehre in Stuttgart belegte Walz als Teenie bei der Gesellenprüfung unter 600 Lehrlingen den 598. Platz. Doch das hielt ihn nicht davon ab, Karriere wie sonst keiner all jener zu machen, die - im wahrsten Sinne des Wortes - besser abgeschnitten hatten. Mit 17 zog er nach Zürich und, gerde mal volljährig, kümmerte er sich in St. Moritz um die Frisuren von Stars wie Marlene Dietrich und Romy Schneider. Die liebten ihn vor allem für seine Hochsteckfrisuren. Bereits 1963 geht Walz nach Berlin arbeitet dort im Salon Ina Sailer, der auch heute noch großes Renomée in der Berliner Szene genießt. 1968 wird er Partner von Heinz Schlicht, der einen Salon in der Fasanenstraße betreibt.

Für den großen Durchbruch war jedoch auch ein kleines bisschen Glück vonnöten. Der kam, als ihm eine erkrankte Kolelgin einen Termin vermittelte, bei dem er damals ein Star-Model frisieren musste. Ab diesem Zeitpunkt war er in der Modeszene hochgefragt. Zunächst stylte er die Covermodels der Zeitschrift Brigitte und die Frauen in den Katalogen des Otto-Versands. Den Aufstieg in die High Society ebnete ihm u.a. Claudia Schiffer. Doch in Berlin hatten damals maßgeblich auch die Alliierten großen Einfluss darauf, wer zur Haute Volée gehörte. Die Freundschaft mit Richard Burt und seiner Ehefrau Gahl kam dabei für Walz nicht ganz ungelegen.

Frisuren von Udo Walz

Langsam aber sicher schnitt sich Udo Walz ganz nach oben, avancierte zum Copperfield seiner Zunft. Immer mehr Promis vertrauten ihm ihren Kopf an. Inzwischen ist er so berühmt wie seine Kunden selbst, eine Berliner Institution, immer im Dienste der Schönheit unterwegs. Der Erfolg potenziert sich ab einem gewissen Level eben ganz von selbst. Die Unternehmensberaterin und Publizistin Gertrud Höhler erklärt dies ganz lapidar mit den Worten: "Er ist ein Star. Deshalb suchen Stars seine Nähe." Auch wenn sich seine Kundenliste wie das Who is Who der nationalen und internationalen Prominenz liest, bleibt Walz lieber bescheiden: "Ich bin Friseur. Nicht mehr und nicht weniger." Vor allem bei Frauen steht Walz hoch im Kurs. Für seine Diskretion bekannt, nannte ihn die FAZ einst "den Frauenflüsterer".

Übrigens: Obwohl Walz schwul ist, kann er laut Eigenaussage mit Männern wenig anfangen und mag dagegen starke Frauen, die etwas leisten.
Text: A. K. / Stand: 03.10.2018

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