Berlin im Nationalsozialismus

Reichstag in Berlin
Der Reichstag brannte im Nationalsozialismus (28.02.1933) - Foto: © -wn-

Erfahren Sie hier mehr über Berlin im Nationalsozialismus und das Leben in der Stadt während des 2. Weltkrieges.

Berlin im 2. Weltkrieg als Reichshauptstadt

Mit der Machtergreifung Adolf Hitlers steht Berlin vor einem neuen Kapitel. Die Demokratie ist Vergangenheit. Allen sozialdemokratischen und kommunistischen Abgeordneten werden die Mandate aberkannt, die NSDAP hat die absolute Staatsgewalt inne.

Berlin als Reichshauptstadt

Auch unter der Zivilbevölkerung werden nun Regimegegner hart sanktioniert. Bereits 1933 wird vor den Toren Berlins in Sachsenhausen bei Oranienburg das erste Konzentrationslager für Inhaftierte in Betrieb genommen. Im selben Jahr findet auch die berüchtigte Bücherverbrennung auf dem heutigen Bebelplatz statt. Alle Bücher, deren Inhalt in den Augen der Nazis einem "undeutschen Geist" entsprungen sind, werden rigoros vernichtet. Jüdische Geschäftsinhaber, Ärzte und Rechtsanwälte werden boykottiert, Plakate mit Parolen gegen Juden sind in der Stadt allgegenwärtig.

Lediglich für die Dauer der Olympischen Sommerspiele im Jahre 1936 wird die Stadt von allen Hetzschriften gesäubert. Als Gastgeber einer so renommierten internationalen Großveranstaltung will man sich weltoffen präsentieren. Damit die Sportler aus aller Welt möglichst nicht in Kontakt mit der Berliner Bevölkerung kommen, wird das Olympische Dorf in Elstal zehn Kilometer vor Spandau errichtet. Hier wird eine richtige kleine Stadt aus dem Boden gestampft, die eine perfekte Illusion vorgaukeln soll und sogar eine eigene Zeitung und einen eigenen Radiosender hat.

Zwei Jahre später eskaliert die Gewalt gegen die in Berlin lebenden Juden. Bei der "Reichskristallnacht" werden am 9.November 1938 von SA- und SS-Männern neun der zwölf Berliner Synagogen in Brand gesteckt, unzählige jüdische Geschäfte werden geplündert und rund 1.200 Juden einfach festgenommen und - größtenteils - nach Sachsenhausen deportiert. Ab sofort beginnt unter der jüdischen Bevölkerung ein Massenexodus. Bis 1941 flüchtet ein Großteil ins Ausland. Wer jetzt noch in Berlin ist, wird von den Nazis bis zum Kriegsende ermordet. Lediglich rund 1.400 Juden können sich mit Hilfe von beherzten Berliner Bürgern, die z.B. helfen, falsche Papiere zu besorgen oder Juden verstecken, im Untergrund retten.
Lesen Sie auch: Anne Frank Zentrum in Berlin

Berlin während des 2. Weltkrieges

Nachdem Goebbels im Berliner Sportpalast den "Totalen Krieg" proklamiert hatte, starten die anglo-amerikanischen Streitkräfte mit ihrem Bombenhagel auf Berlin. Immer mehr Menschen in der Restbevölkerung Berlins zweifeln nun am siegreichen Ausgang des Krieges. Selbst innerhalb der Wehrmacht regt sich die Skepsis. So unternimmt etwa Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg ein erfolgloses Attentat auf Adolf Hitler, für das er anschließend im Gebäude des Wehrmacht-Oberkommandos, dem Berliner Bendlerblock exekutiert wird. Die gesamte Verschwörer-Runde wird im Hinrichtungsgefängnis Plötzensee erhängt. Heute befindet sich dort eine Gedenkstätte, die an die rund 3.000 Hingerichteten erinnert, welche unter dem Hitler-Regime teils durch das Beil, teils durch die Guillotine und am Ende durch den Strick ermordet wurden.

Kriegsende 1945 in Berlin - Eroberung Berlins durch die Rote Armee

1945 gelingt es der Roten Armee, in die Stadt einzudringen. Damit beginnt die legendäre "Schlacht um Berlin", die nach wenigen Tagen mit dem Selbstmord Adolf Hitlers im Führerbunker endet. Die bedingungslose Kapitulation Deutschlands wird wenig später im Hauptquartier der Roten Armee in Berlin-Karlshorst vor den Vertretern aller Alliierten unterzeichnet.
Text: A. K. / Stand: 06.10.2018

Weitere Artikel zum Thema:

Die Geschichte Berlins

Berlin Portal: