Berlin als königliche Hauptstadt

Standbild Friedrich II. Unter den Linden
Berlin als kögliche Hauptstadt unter Friedrich II. - Foto: © -wn-

Erfahren Sie hier mehr über Berlin als königliche Hauptstadt (1701 - 1848).

Berlin - Von der königlichen Hauptstadt bis zur Märzrevolution

Nachdem sich Friedrich I. am 18.1.1701 in Königsberg zum König von Preussen krönen lässt, wird Berlin in den Status der königlichen Residenzstadt erhoben. Acht Jahre später verfügt Friedrich I. über die Zusammenlegung Berlins, Cöllns, Friedrichswerders, Dorotheenstadts und Friedrichstadts zur Haupt- und Residenzstadt Berlin. Auf einen Schlag hat Berlin damit 55.000 Einwohner.

Diese Gebäude entstanden in der königlichen Hauptstadt

Unter Friedrich dem Großen entsteht in Berlin eine ganze Reihe von Repräsentationsbauten, die man heute noch in und in der Nähe des Boulevards "Unter den Linden" besichtigen kann. Dazu zählen beispielsweise das Zeughaus, das Kronprinzenpalais, das Opernpalais, die Staatsoper, das Prinz-Heinrich-Palais, die St. Hedwigs-Kathedrale und die Alte Bibliothek. Berlin avancierte zum Zentrum der Wissenschaften, der Forschung und der Künste, zum Zentrum der Aufklärung. Ihn prägt der Spruch: "Ich bin der erste Diener meines Staates". Auch seine Devise "In meinem Staat kann jeder nach seiner Fasson selig werden!" ist nicht nur eine leere Phrase, finden doch alle, die in ihrer alten Heimat aufgrund ihrer Religion verfolgt wurden, unter seiner Regentschaft in Berlin ein neues Zuhause.

Trotz des fortschrittlichen Gedankengutes des Herrschers ist das Image Friedrichs des Großen zwiespältig. Denn neben seiner regen Bautätigkeit und den vielen aufklärerischen Idealen verfolgt der König Expansionsbestrebungen, die schließlich in den Siebenjährigen Krieg münden. Er marschiert in Schlesien ein und erhebt Preußen in drei schlesischen Kriegen in den Rang einer Großmacht. Damit macht er sich in Berlin nicht immer nur beliebt. Um seine Untertanen in Berlin am Desertieren zu hindern, lässt er um die erweiterte Stadt eine neue Mauer ziehen. Das Stadttor wird nun nachts mit Holztüren verschlossen.

Unter dem Nachfolger Friedrichs des Großen erlebt Berlin wiederum eine kurze Phase der Stagnation. Die aufklärerischen Ideale seines Vorgängers kann er nicht teilen. Stattdessen praktiziert er die Zensur und setzt auf eine besonders repressive Politik. Die Stadtmauer wird in Stein neu errichtet und auch das Brandenburger Tor, das heutige Wahrzeichen der Stadt, wird errichtet. 1806 nimmt Napoleon Bonaparte in einem Triumphzug Berlin ein. Die Stadt wird daraufhin für zwei Jahre lang zur französischen Garnisonsstadt.

Reformen, Emanzipation und Wahlen

In der Folge der Besatzung halten demokratische Reformen Einzug und das Bürgertum erlebt eine erste, wenn auch zarte Emanzipation. So finden beispielsweise 1809 die ersten Wahlen zum Stadtparlament statt, bei der jedoch nur wohlhabende männliche Bürger ein Stimmrecht bekommen. Ein Jahr später wird die Berliner Universität, die heutige Humboldt-Universität, gegründet. Sie entwickelt sich schnell zum Hort der Wissenschaften, an dem auch so große Philosophen wie Hegel und Schopenhauer lehren. Das geistige Leben blüht auf. Gebildete Frauen wie Henriette Herz oder Bettina von Arnim etablieren die ersten Salons als Treffpunkt der kulturellen Elite jener Zeit.

Die darauffolgende Zeit ist von einer zunehmenden Industrialisierung geprägt. Diese bringt zwar technischen Fortschritt mit sich, führt aber auch zu einer Verelendung des so genannten Proletariats. Als die Rezession 1844 einsetzt und ganz Europa ergreift, verarmen rund ein Viertel der preußischen Bevölkerung. Im März 1848 fordern blutige Auseinandersetzung zwischen dem aufgebrachten Proletariat und dem Militär in Berlin über 200 Tote.
Text: A. K. / Stand: 06.10.2018

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