Deutsches Historisches Museum Berlin

Deutsches Historisches Museum Berlin
Das Deutsche Historische Museum Berlin befindet sich im Zeughaus. - Foto: © -wn-

Das Deutsche Historische Museum im Zeughaus Berlin

Das DHM Berlin gehört zu den meistbesuchten Museen in der Hauptstadt.

Deutsches Historisches Musem in Berlin

Die wichtigsten Informationen über das Deutsche Historische Museum Berlin auf einen Blick:

Deutsches Historisches Museum
Unter den Linden 2
10117 Berlin Mitte
Info-Telefon: 030/ 20 304 - 0

Was gibt es im Deutschen Historischen Museum zu sehen?
Das DHM zeigt Wissenswertes der Deutschen Geschichte vom Mittelalter bis zum Mauerfall.

Öffnungszeiten des DHM

Täglich 10:00 Uhr - 18:00 Uhr

Eintrittspreise DHM Berlin

  • Normal: 8,00 €, Ermäßigt: 4,00 €
  • bis 18 Jahre Eintritt frei

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Das Deutsche Historische Museum Berlin ist ein Museum für deutsche Geschichte

Das Deutsche Historische Museum Berlin (DHM) wurde 1987 anläßlich der 750-Jahr-Feier der Stadt Berlin hauptsächlich auf Betreiben des damaligen Kanzlers Helmut Kohl gegründet. Aufgabe des Museums sollte die eines Nationalmuseums im Sinne der "Aufklärung und Verständigung über die gemeinsame Geschichte von Deutschen und Europäern" sein. Mit der Wiedervereinigung wurden dem DHM das Grundstück und die Sammlungen des Museums der Deutschen Geschichte der DDR übertragen, sodass das Haus seine erste Ausstellung im September 1991 im ältesten Gebäude Unter den Linden, dem Zeughaus, eröffnen konnte. Das Zeughaus wird nach einigen Jahren jedoch wieder geschlossen, um das Gebäude zu restaurieren und es durch einen Anbau für Wechselausstellungen zu erweitern. Den Auftrag erhält der chinesisch-amerikanische Architekt Ieoh Ming Pei, ein Schüler von Martin Gropius und Marcel Breuer, der zu diesem Zeitpunkt bereits mit Museumsbauten in Washington und Paris Berühmtheit erlangt hatte. Pei schließt an das Zeughaus einen dreieckigen Bau als weiteres Ausstellungsgebäude an, den er mittels eines spiralförmig vertikal geschwungenen Glasfoyers mit dem Barockgebäude verbindet. Mit dem Foyer bekommt das Deutsche Historische Museum in seiner Architektur eine spektakuläre Note (und die Stadt Berlin ein neues Wahrzeichen), während der neue Ausstellungsbau selber durch schräge Verschränkungen und Perspektivwechsel innerhalb einer großzügigen räumlichen Umgebung eine verblüffend gelungene architektonische Interpretation der modernen Sichtweise auf die Komplexität der deutschen Geschichte bekommt. Tatsächlich erreicht Pei in der Baulichkeit eine Durchdringung der Historie, die den Ausstellungsmachern des Hauses in der Folgezeit auf museologischem Gebiet nicht gleichermaßen gelingen will.

Im Deutschen Historischen Museum Berlin

Die 2003 eröffnete Dauerausstellung des DHM zeigt mehr als 8.000 historische Exponate, die von Menschen und Ereignissen während rund 2.000 Jahren deutscher Vergangenheit vom 1. Jahrhundert v. Chr. bis ins 20. Jahrhundert berichten. Die Sammlung selber enthält Hunderttausende von Textilien, Haushaltsgegenständen, Abzeichen, Dokumenten, Filmen, Skulpturen, Grafiken, Bildern, Militaria, Möbel, Keramiken, Glas- und Metallkunst, Design, Münzen und Plakaten. Von all diesen Objekten werden die meisten kaum je das Licht einer Ausstellung erblicken, um so naheliegender ist die Idee einer Online-Präsentation, zumal dem Haus mit einem jährlichem Budget von 20 Millionen Euro für solche und andere Zwecke genug Mittel zur Verfügung stehen. Umgesetzt wurden solche Gedanken kaum, nur wenige Fotos der Sammlungsobjekte stehen auf der Website des Hauses zur Ansicht. Auch allgemein bescheinigen die Kritiker den Ausstellungsmachern des DHM oft erstaunliche Schwächen, die sich etwa in fehlerhaften Bildlegenden und fehlendem Gespür für formale und ästhetische Fragen äußern. Der Sonderausstellung "Hitler und den Deutschen" etwa, sicherlich ein zentrales Thema für ein Nationalmuseum in Deutschland, wurde von Experten einstimmig Zweitrangigkeit zuerkannt; kulturelle, psychologische und ökonomische Erklärungen für das Phänomen fehlten völlig, im Konzept waren Leitfaden und visuelle Idee nur schwer festzustellen. Gut besucht war die Ausstellung aufgrund des publikumsträchtigen Themas und des hohen Werbeaufwandes dennoch.

In den beiden Ausstellungen zum Jubiläumsjahr der Wiedervereinigung "Das Jahr 1989. Bilder einer Zeitenwende" und "1990 - Der Weg zur Einheit" präsentierten die Kuratoren zwei eindringliche und die Dramatik der Geschehnisse ansprechend wiedergebende Shows. Doch die Überhöhung der Gestalt Helmut Kohls und die dezente Bearbeitung der Folgen der Vereinigung zeigen eine konservativ-propagandistische Deutung der Ereignisse. Der wirtschaftliche Ausverkauf der DDR wird mit einem Foto zusammengefasst; immerhin verloren 1990 55 Prozent der ostdeutschen Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz. Die vielen Mahnungen zur bedächtigen Diskussion des Wie einer Wiedervereinigung verhallen auch im Ausstellungsraum ungehört. Auch bei anderen Schlüsselthemen der deutschen Geschichte schimmert - gelinde gesagt - rechtskonservative Geschichtsfärbung durch: Die deutsche Revolution von 1918/19 wird im Online-Feuilleton des Hauses in dunkelrotes Coloeur getaucht, ultralinke SPD und Spartakisten marschieren gefahrverheißend durch die Straßen. Tatsächlich liegen gerade in diesen Tagen Schlüssel zum Verständnis der deutschen Geschichte. Der Umsturzversuch faschistisch-militaristischer Kreise, dem das laut Bürgertum entgegenjubelte, wurde durch bewaffnete sozialdemokratische Arbeiter niedergeschlagen, deren Ziele nicht etwa in einem kommunistischem System, sondern in der Beseitigung des Militarismus und Installation der Demokratie lagen. "Einigung" lautete ihr Schlagwort, Radikale waren nicht angesagt: "brave Deutsche" eben. Den SPD-Führern Ebert und Noske aber war bereits die selbständige Aktion ihrer Genossen zuviel. Sie befohlen eben den Freikorpstruppen, die von den Demokraten zurückgeworfen worden waren, die Bekämpfung der Arbeiter. In den folgenden Tagen zerrten vor allem in Nordrhein-Westfalen Freikorpsmänner Tausende von Männer und Frauen auf die Straße, wo sie kurz und bündig hingerichtet worden. Die SPD verlor in der Folge etwa ein Drittel ihrer Stimmen, die Kommunisten, bis dahin eher eine unbedeutende Gruppe, gewannen an Bedeutung, die Gegner der Demokratie erstarkten, mit ihr die rechtsradikalen Kräfte, aus denen die Nationalsozialisten hervorgingen. All dies im deutschen Nationalmuseum ... nicht existent

Das Deutsche Historisches Museum

Ein Kernproblem des DHM liegt sicher in der Fehlbesetzung seiner Leitung. Die Interessen von Hans Ottomeyer, nach kurzem Gastspiel von Christoph Stölzl bis dato Direktor des Hauses, liegen vor allem in der Kunstgeschichte, weniger in der politischen Geschichte. Ganz folgerichtig werden der Darstellung des 20. Jahrhunderts, zumal der Geschichte der Bundesrepublik und der DDR, von Kritikern deutliche Schwächen und grobe Fehler bescheinigt. Dem konservativen Bayer wird im Übrigen nachgesagt, sein Haus alles andere als demokratisch "regiert" und viele kompetente Mitarbeiter verprellt zu haben. In einem Bericht des Bundesrechnungshofes vom Sommer 2009 wurden zudem Verschwendungsvorwürfe gegenüber dem DHM laut. Die Lösung der Probleme des Hauses ist dann wohl kurz fassbar: das Engagement eines demokratischen und kompetenten Historikers.
Seit Ende 2016 ist Prof. Dr. Raphael Gross Direktor des Deutschen Historischen Museum.
Text: R.N. / Stand: 20.04.2019

Anfahrt zum Deutschen Historischen Museum

Mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln:
S-Bahn
S3, S5, S7, S9 bis Hackescher Markt
S1, S2, S3, S5, S7 bis Friedrichstraße

U-Bahn
U6 bis Französische Straße oder Friedrichstraße
U2 bis Hausvogteiplatz

Bus
100, 200, TXL bis Staatsoper oder Lustgarten

Mit dem Auto:
Über die B2 und dann abbiegen auf die Straße Hinter dem Gießhaus. Es gibt eine Tiefgarage unterm Bebelplatz und im City Quartier Dom Aquarée.

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