Naturpark Westhavelland

Naturpark Westhavelland in Brandenburg
Der Naturpark Westhavelland - Foto: © Thomas

Naturpark Westhavelland: Garten Eden für Vögel - und Menschen

Mit 1.315 Quadratkilometern Fläche ist der Naturpark Westhavelland das größte zusammenhängende Feuchtgebiet im westlichen Mitteleuropa. Die weiten, durch Rodung der Au- und Bruchwälder entstandenen Niederungen sind daher nicht nur ein idealer Binnenrastplatz für riesige Schwärme nordischer Zugvögel, sondern gleichzeitig ein Eldorado für Wassersportler. Neben dem Gewässerreichtum prägen waldreiche Hügellandschaften und märkische Dörfer mit Fachwerkhäusern und Ziegelbauten das Gesicht des Naturparks.
Vermutlich ließ sich schon Otto Lilienthal von den rastenden Vögeln des Westhavellands insprieren. Seine ersten Flugversuche machte der Pionier auf dem Gebiet des heutigen Naturparks, der in den Frühjahrsmonaten auf den Seen und flach überstauten Wiesen übersät ist von tausendn Gründel- und Tauchenten. Auch unzählige Watvögel picken in den weichen Böden nach Nahrung, ehe sie in ihre Heimat weiterziehen. Im Herbst werden im Naturpark Westhavelland bis zu 100.000 Wildgänse und 1.500 Kraniche am Tag gezählt.

Sehenswertes im Naturpark Westhavelland

  • Gaswerk Neustadt Dosse
  • Gestütsmuseum Neustadt/Dosse
  • Museum Rohrweberei Pritzerbe
  • Spielzeugmuseum im Havelland

Kanufahren im Naturpark Westhavelland

Neben den vielen "Durchreisegästen" gibt es aber auch eine ganze Reihe von ornithologischen Kostbarkeiten, die hier dauerhaft brüten. So haben etwa vom Aussterben bedrohte Arten wie unter anderem der Große Brachvogel, die Uferschnepfe, der Rotschenkel, der Wachtelkönig ebenso wie die Löffel-, Knäk-, Schnatter- und Spießente hier ihr Nest bezogen. Auch Greifvögel wie See- und Fischadler, Milan und Wiesenweihe kann man erspähen. Wer Glück hat, kann im havelländischen Luch des Frühjahrs zudem Großtrappen auf ihrer eindruckvollen Balz beobachten. Wappentier des Naturparks ist übrigens der so genannte Kampfläufer, ein streng geschützter Schnepfenvogel. Auch im Wasser selbst tummeln sich einige sonst eher rare Tierarten. Die Untere Havel mit ihrem weitgehend naturnahen Verlauf bietet ein Biotop für Biber, Fischotter und seltene Fischarten.
Mit seinem Gewässerreichtum eignet sich der Naturpark Westhavelland ganz besonders für den Wassertourismus. Sehr beliebt ist beispielsweise das Wasserwandern an der Havel. Entlang der Unteren Havel kann man als Kanute bei Milow, Mögelin, Grütz und Gülpe Biwakplätze beziehen, die jeweils mit einer Feuerstelle, Bootsablage und einer Trockentoilette ausgestattet sind. Die Kanus dazu gibt's wahlweise in Rathenow und Strodehne zu mieten.

Schwäne im Naturpark Westhavelland
Der Naturpark Westhavelland ist ein Paradies für Vögel.
Foto: © Tkni

Fahrradfahren, Reiten & Wandern im Naturpark Westhavelland

Wer lieber per pedes unterwegs ist, sucht sich eine der vielen gut ausgeschilderten Wanderrouten in den weiten Niederungen und Wäldern aus. Sehr empfehlenswert sind beispielsweise der zwei Kilometer lange Naturlehrpfad am Vogelparadies Gülper See, der sechs Kilometer lange Naturlehrpfad durch das Bagower Bruch westlich von Bagow oder der acht Kilometer lange Waldlehrpfad und um das Große Fenn bei Böhne.

Naturtourismus in Brandenburg

Mit vielen Reiterhöfen, privaten Gestüten und den zahlreichen beschilderten Reitwegen ist der Naturpark auch Reiterland. Das ideale Fortbewegungsmittel ist jedoch sicherlich das Fahrrad, denn mitten durch den Naturpark führen der Havelradweg, der Havellandradweg und die beschilderte Radtour "Otto Lilienthal". Wer dabei zwischendrin noch etwas Kultur schnuppern will, hat dazu ebenfalls einige Möglichkeiten, zum Beispiel bei einem Besuch der Dombauten der Städte Brandenburg an der Havel und Havelberg oder das Optik- und Industriemuseum in Rathenow.
Text: A. K. / Stand: 19.06.2018

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