Ausflug nach Brandenburg

Landschaft in Brandenburg
Blick übers weite Land bei einem Ausflug nach Brandenburg - Foto: © Tkni

Ausflugsziele im Berliner Umland

In Berlin gibt es viel zu sehen, aber auch in Brandenburg kann man viel entdecken! Auf dieser Seite stellen wir Ausflugsziele in Brandenburg vor.

Schöne Ausflugsziele in Brandenburg für Familien

Das Berliner Umland steckt voller schöner Entdeckertouren, die oft nur wenige Kilometer vom urbanen Herz der Hauptstadt entfernt völlig unerwartete Erlebnisse bieten. Für einen Ausflug eignet sich ein Tag ebenso an wie das ganze Wochenende. An tollen Gelegenheiten für Naturerlebnisse, Freizeitspaß und Geschichtstourismus besteht jedenfalls kein Mangel. In der Regel lassen sich die verschiedenen Arten der Naherholung sogar kombinieren. Die meisten Ziele sind problemlos mit dem Öffentlichen Nahverkehr zu erreichen. Das alles gilt auch für Ostbrandenburg, dessen touristischer Wert oft unterschätzt wird. Die folgenden Tipps sollen ein wenig mehr Lust auf diese Region machen.

Idylle pur im Schlaubetal

Das stille verträumte Schlaubetal, das sich westlich von (Oder) bis Guben hinzieht, ist das beste Beispiel dafür, welch wunderschöne landschaftlichen Reize sich noch weitgehend unentdeckt vor der Haustür der Berliner ausbreiten. In einem ruhigen Waldstreifen, der meist nicht breiter als 5 Kilometer ist, schlängelt sich das kleine Flüsschen Schlaube von See zu See, und früher trieb es auch noch eine Vielzahl von Wassermühlen an. Einige dieser historischen Bauten sind heute attraktive Ausflugsziele mit echtem Müller-Flair und gediegener gastronomischer Bewirtung wie z.B. die Ragower Mühle, die Kieselwitzer Mühle, die Schlaubemühle oder die Schwerzkower Mühle. Einige dieser Mühlen sind seit 1420 urkundlich belegt. Wenn nicht in den Objekten selbst, finden sich in der Nähe immer idyllische Übernachtungsmöglichkeiten. Das "Tor zum Schlaubetal" ist das über 750-jährige Müllrose, das seinen Namen natürlich nicht einer Deponie verdankt, sondern genau der alteingessenen Müllerzunft. Hier steht auch die größte Mühle am größten See des Schlaubetals. Herrliche Radwege führen durch das Gebiet. Für Wassertouristen ist Müllrose über den Oder-Spree-Kanal gut zu erreichen. Auf der A 12 sind es vom Schönefelder Kreuz bis zur Abfahrt "Müllrose" rund 30 Minuten Fahrtzeit, und per Regionalzug gelangt man Richtung Frankfurt (Oder) bis Jacobsdorf, und von dort mit dem Bus nach Müllrose. Der perfekte Ausflugstermin ist Pfingsten, denn dann gibt es auch Konzerte am Großen Müllroser See. Außerdem ist der Pfingstmontag nun schon seit 20 Jahren der Deutsche Mühlentag.
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Katholisches Kloster und sozialistische Planstadt: Neuzelle und Eisenhüttenstadt

Biken, Baden und Wellness im Schlaubetal - pompöse Baukultur in Neuzelle und in Eisenhüttenstadt. Gegensätzlicher können zwei Orte wie das ehemalige katholische Kloster und das ehemalige Stalinstadt eigentlich nicht sein. Aber irgendwie haben der barocke Glanz in der Klosterkirche und das größte deutsche Flächendenkmal aus DDR-Zeiten etwas gemeinsam: so konzentriert findet man den Zeitgeist der jeweiligen Epoche als Baudenkmal kaum noch woanders vor. Man stelle sich die Karl-Marx-Allee im Osten Berlins als komplette Stadt mit knapp 40.000 Einwohnern vor - das ist Eisenhüttenstadt. Das katholische Kloster Neuzelle dagegen bildete schon immer eine Enklave im protestantischen Brandenburg. Interessant ist auch, was die Orte heute aus sich gemacht haben: In Neuzelle firmiert das auch überregional bekannte "Klosterbräu", über dessen Produkte sich die Experten streiten, ob es auch wirklich Bier ist, was da hergestellt wird. Im brauereieigenen "Stübl" kann man sich gern selbst vom guten Geschmack überzeugen - allerdings nicht von den verschiedenen Anwendungsarten, denn die reichen bis zum Badebier. Eisenhüttenstadt dagegen löst sich immer mehr von der Monokultur des Stahlwerkes und profiliert sich als Wirtschaftsstandort mit tollem Erholungswert in der Umgebung. "Hütte" ist ebenfalls per Zug und Autobahn gut zu erreichen, bis nach Neuzelle sind es ganze 10 Kilometer.

Das neue Image des Oderbruchs

Das Oderbruch gilt als preußische Provinz, die Friedrich II. im Frieden erobert hat - durch die Trockenlegung zahlloser Flussarme der Oder im über 900 Quadratkilometer großen Gebiet zwischen den alten Städten Oderberg im Norden und Lebus im Süden. Letztere war sogar einmal Bischofssitz. Noch heute wirken viele Gehöfte und Orte wie Inseln in einer fruchtbaren Landschaft. Aber das Oderbruch ist längst nicht mehr nur eine Domäne der Bauern. Viele Künstler haben sich in alten Gehöften niedergelassen und leben im Einklang mit der Natur. Kolonien wie die Güstebieser Loose laden regelmäßig zum Besuch ein. Man kann den Künstlern bei der Arbeit zusehen, selbst kreativ werden oder urigen Kuchen verzehren. Für Kinder gibt es Landleben pur. Von einem solchen Ausflug bringt man immer etwas ganz Besonderes mit. Wer sich ganz an den Rand des Oderbruchs nach Zollbrücke wagt, wird mit einem Theatererlebnis der besonderen Art belohnt. Der Akkordeonvirtuose Tobias Morgenstern und der Schauspieler Thomas Rühmann verwirklichen hier ein einzigartiges Projekt. Die Zuschauer zahlen am Ende den Eintrittspreis, den sie für das Gebotene als angemessene erachten. Die "Kulturhauptstadt" des Oderbruchs aber ist Neuhardenberg. Das Grafengeschlecht derer von Hardenberg ließ seinen Sitz samt Schloss und Dorfkirche von keinem geringerem als Karl Fridrich Schinkel "designen". Seit 2001 sorgt die Stiftung Neuhardenberg für ein reges geistig-kulturelles Leben in den perfekt sanierten Gebäuden. Hier findet sich immer ein interessanter Anlass für einen Besuch.


Stand: 21.10.2017

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