Museum der Dinge in Berlin

Werkbundarchiv - Museum der Dinge in Berlin
Im Museum der Dinge werden alltägliche Gebrauchsgegenstände des 20. Jahrhunderts ausgestellt - Symbolbild: © guruXOX

Das Werkbundachiv wurde 1973 gegründet. 1986 zog es in den Martin-Gropius-Bau. Von 2002 bis 2007 gab es keine Ausstellungsräume für das Museum. Seit 2007 ist es in der Kreuzberger Oranienstraße zu finden.

Das Museum der Dinge in Berlin

Die wichtigsten Informationen über das Museum der Dinge Berlin auf einen Blick:

Adresse:
Werkbundarchiv - Museum der Dinge
Oranienstraße 25
10999 Berlin Kreuzberg
Tel: 030/ 92 10 63 11

Was gibt es im Museum der Dinge zu sehen?
Gezeigt werden u.a. Dokumente des Werkbundarchiv, Plakate ab 1830, Warenverpackungen und vieles mehr.

Öffnungszeiten des Museum der Dinge

Do - Mo 12:00 Uhr - 19:00 Uhr
Di - Mi geschlossen

24. - 26.12., 31.12., 01.01. Geschlossen

Eintrittspreise im Museum der Dinge

  • Erwachsene 6€
  • Ermäßigt 4€
  • Kinder bis 18 Jahre freier Eintritt

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Werkbundarchiv - Museum der Dinge

Vor mehr als 100 Jahren begann in Deutschland die industrielle Revolution. Handwerkszünfte, die bis dahin das Sagen hatten und streng darüber wachten, wer was und wie viel herstellt und wo er es verkauft, wurden mehr und mehr in die Bedeutungslosigkeit gedrängt. Der Kapitalismus erstarkte und Konkurrenz war nicht mehr - wie zu Zunftzeiten - unerwünscht, sondern galt bald als Motor für eine florierende Wirtschaft. Neue Produktionsprozesse entstanden; Manufakturen machten Fabriken Platz. All dies führte dazu, dass sich Ingenieure und Formgestalter darüber Gedanken machten, wie man Produkte schnell, billig und in großen Mengen herstellen konnte.

Museum der Produktkultur des 20. und 21. Jahrhunderts

Hier werden Sie keine Gemälde oder Skulpturen berühmter alter Meister finden; auch keine Installationen oder Objekte der Concept Art. Denn das Museum der Dinge beschäftigt sich mit Objekten, die alltäglich im Gebrauch sind oder waren und darum oftmals gar nicht die Beachtung finden, die das eine oder andere Stück vielleicht verdient hätte. Es geht um nichts geringeres als die Ästhetik von industriell gefertigten Produkten. Seit den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts bereits sammelt das Museum alltägliche Gebrauchsgegenstände, die für die Geschichte des Designs bedeutsam sind. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Inzwischen verfügt das Werkbundarchiv über etwa 35.000 Dokumente und 25.000 Objekte, die überwiegend im 20. Jahrhundert produziert wurden. Programm des Werkbundes war es, der aufkommenden Technisierung der Gesellschaft Tribut zu zollen, indem Dinge funktional, schlicht und sinnvoll gestaltet wurden. Die Schönheit der Dinge sollte aus ihrer Funktion entstehen; der Warenfetischcharakter vergangener Epochen versuchten die Designer und Ingenieure mit diesem neuen Konzept zu überwinden. Gebrauchsgegenstände sollten also fürderhin den Menschen dienen und nicht umgekehrt. Was avantgardistisch klingt, ist zudem eine wahre Augenweide: Das Museum der Dinge präsentiert seine Objekte so, dass immer wieder eine visuelle Spannung entsteht. Genormte Industrieschönheiten stehen kunstgewerblichen Einzelstücken gegenüber; Meisterwerke berühmter Designer finden sich unversehens in der Gesellschaft von Dingen wieder, die gerne als Kitsch bezeichnet werden; und Massenware begegnet Markenware. In mehreren Sondersammlungen wiederum können Sie allerlei Exponate von beispielsweise Walter Benjamin, John Heartfield und den Situationisten bestaunen. Wichtige Vertreterinnen und Vertreter des Deutschen Werkbunds, deren Werke hier zu sehen sind, waren unter anderem Peter Behrens, der für die AEG Teekessel, Lampen und sogar Aschenbecher entwarf. Außerdem konstruierte er Häuser, wie zum Beispiel eine Montagehalle für Großmaschinen in Berlin/ Gesundbrunnen, die heute noch steht. Auch der Schriftzug "Dem Deutschen Volke" am Berliner Reichstag stammt von ihm. Die Stühle und Architektentische von Egon Eiermann werden heute noch produziert und sind trotz ihrer stolzen Preise heißbegehrt. Und das hat seinen Grund. Denn wer sich einen Stuhl der Serie SE 68 oder SE 10 zulegt, wird die nächsten Jahrzehnte beruhigt sitzen können. Diese Kunstwerke sind nicht nur ergonomisch, sondern auch äußerst robust. Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe und Wilhelm Wagenfeld sind noch heute international bekannt und so manche Wagenfeldlampe ziert das Badezimmer seines stolzen Besitzers.

Öffentlicher Nahverkehr:

U-Bahn: U1, U8, jeweils Bahnhof Kottbusser Tor
Bus: M29, 140, Ausstieg jeweils Adalbertstraße/ Oranienstraße
Text: UG / Stand: 21.11.2018 / Alle Angaben ohne Gewähr!

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