Ortsteil Grünau - Erholung am Wasser

Redaktion: K. K. / Letzte Aktualisierung: 13.04.2026

Ortsteil Grünau
Blick von der Dahme auf das Strandbad Grünau - Foto: © Tkni

Grünau liegt im Bezirk Treptow-Köpenick am westlichen Ufer der Dahme und zählt rund 7.500 Einwohner. Viel Wald und Wasser prägen den Ortsteil, der vor allem durch die historische Regattastrecke, das Strandbad und seine lange Wassersporttradition bekannt ist.

Geschichte - vom Kolonistendorf zum Wassersportzentrum

Grünau wurde 1749 auf Anweisung von Friedrich II. als Kolonistendorf gegründet. Die ersten Siedler waren Pfälzer Familien, vor allem Seidenraupenzüchter und Baumwollspinner, die sich an den Ufern der Dahme niederließen. In den frühen Dokumenten taucht der Ort als "Auf der Grünen Aue" auf - der Name, aus dem sich später Grünau entwickelte. Die Grundpacht zahlten die Bewohner an das Amt Köpenick.

Lange blieb Grünau ein verschlafenes Dorf. Das änderte sich mit dem Anschluss an die Berlin-Görlitzer Eisenbahn 1866 und der Einrichtung einer Vorortverkehrsstrecke 1874. Die Berliner entdeckten die gewässerreiche Landschaft als Ausflugsziel, und wohlhabende Familien ließen sich Villen und Landhäuser am Dahme-Ufer erbauen. 1880 fand der erste Dahme-Ruderwettbewerb statt, 1899 erhielt die Regattastrecke eine überdachte Tribüne für bis zu 9.000 Zuschauer. Um die gleiche Zeit eröffneten Ausflugslokale wie die Riviera und das Gesellschaftshaus Grünau, die zum gesellschaftlichen Mittelpunkt des Ortes wurden.

Am 1. Oktober 1920 wurde Grünau im Zuge des Groß-Berlin-Gesetzes nach Berlin eingemeindet und dem Bezirk Köpenick zugeordnet. Den internationalen Ruf festigten die Olympischen Spiele 1936, als auf der Regattastrecke die Ruder- und Kanuwettbewerbe ausgetragen wurden. 2024 feierte Grünau sein 275-jähriges Bestehen mit einer Reihe von Veranstaltungen und historischen Ortsführungen.

Wohnen in Grünau - Villen, Wald und Wasser

Der Charakter Grünaus als Wohnort wird bis heute von den Villen und Landhäusern aus der wilhelminischen Ära geprägt. Entlang des Dahme-Ufers und in den ruhigen Seitenstraßen stehen teils denkmalgeschützte Gründerzeitbauten mit großen Gärten und altem Baumbestand. Die Mischung aus Wasser, Wald und aufgelockerter Bebauung verleiht dem Ortsteil eine fast kleinstadtartige Atmosphäre - und das nur rund 30 S-Bahn-Minuten vom Stadtzentrum entfernt.

Grünau ist kein Viertel der großen Wohnblöcke. Neben den historischen Villen finden sich Einfamilienhäuser und kleinere Mehrfamilienhäuser, die sich in die grüne Umgebung einfügen. Die Nähe zur Dahme, zum Strandbad und zu den Waldflächen macht den Ortsteil bei Familien und Naturliebhabern beliebt. Die Regattastraße und die Sportpromenade am Flussufer laden zu Spaziergängen ein und geben den Blick auf das Wasser frei.

Grünau - Berlins Zentrum des Wassersports

Der Name ist Programm: Grün ist die dominierende Farbe des am westlichen Dahme-Ufer gelegenen Ortsteils. Wald und Wasser machen Grünau nicht nur zu einer beliebten Wohnlage, sondern auch zu einem der populärsten Naherholungsgebiete im Berliner Südosten. Seit dem Groß-Berlin-Gesetz von 1920 gehört der Ort zur Hauptstadt.

Schon seit den 1880er Jahren war Grünau ein Zentrum des Berliner Wassersports. Der zügige Ausbau des Rudersports auf der Regattastrecke an der Dahme machte den Ortsteil weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. 1936 wurden hier die Kanu- und Ruderwettbewerbe der Olympischen Spiele ausgetragen, später folgten Europa- und Weltmeisterschaften im Motorbootrennsport.

Das Wassersportmuseum

Einen Einblick in diese Geschichte bietet das Wassersportmuseum auf dem Regattagelände, das im September 2024 mit der neu gestalteten Dauerausstellung "Wasser Sport Grünau" wiedereröffnet wurde. Es zeigt die Entwicklung der Regattastrecke, historische Boote und die vielfältige Vereinslandschaft des Ortsteils. Der Eintritt ist frei, öffentliche Führungen finden sonntags um 12 und 14 Uhr statt.

Strandbad und Badestellen

An der Regattastraße und der Sportpromenade haben noch immer mehrere Rudervereine und der Bundesstützpunkt Rudern und Kanu-Rennsport ihren Sitz. Dort liegt auch das 1908 eröffnete Strandbad Grünau, das in den Sommermonaten von Juni bis August gut besucht ist. Es kann auch für private Feiern gebucht werden und bietet Wellness-Anwendungen sowie eine Salzgrotte. Veranstaltungen außerhalb der Badesaison machen das Strandbad ganzjährig zu einem beliebten Treffpunkt.

Weitere Badestellen wie die sogenannte Bammelecke und das Richtershorn - gegenüber der Flussinsel Großer Rohwall an der Grenze zu Karolinenhof und Schmöckwitz - sind im Sommer bei den Bewohnern des Bezirks und anderen Berlinern beliebte Ausflugsziele.

Gastronomie am Wasser

Die Tradition der Ausflugsgaststätten reicht in Grünau bis ins späte 19. Jahrhundert zurück. Das wohl bekannteste Haus ist die Riviera an der Regattastraße, die um 1890 als Tanzlokal mit Restaurant und Palmensaal entstand. Zusammen mit dem benachbarten Gesellschaftshaus bildete sie bis 1990 das gesellschaftliche Zentrum des Ortsteils. Nach jahrzehntelangem Leerstand steht das denkmalgeschützte Ensemble seit einer aufwendigen Sanierung wieder als Veranstaltungsort zur Verfügung.

Direkt an der Dahme liegt das Pier36eins an der Wassersportallee 2, ein Restaurant mit maritimem Ambiente, eigener Patisserie und Bootsanlegeplätzen. Von der Terrasse blickt man auf den Fluss und die vorbeifahrenden Boote. In der Regattastraße 158 befindet sich das Café Liebig, und etwas weiter stadteinwärts lädt das Restaurant zum Grünau zur Einkehr ein. Wer es lieber in Köpenick-Nähe mag, findet in der Schifferstube am Wasser frisch zubereitete Küche mit Blick auf die Dahme.

Die Dahme und der Bootsverkehr

Die Dahme ist die Lebensader Grünaus. Vom Fähranleger an der Wassersportallee setzt die BVG-Fähre F12 ganzjährig nach Wendenschloss über. Die Fahrt dauert nur etwa zwei Minuten und kann mit einem regulären BVG-Ticket genutzt werden. Seit 2014 verkehren auf der Strecke die solarbetriebenen Fähren vom Typ "FährBär" - kleine, leise Boote mit 28 Sitzplätzen, zwei Rollstuhlstellplätzen und zehn Fahrradstellplätzen.

Für längere Touren auf dem Wasser bietet die Stern und Kreisschiffahrt Ausflugsfahrten über die Dahme und Spree an. Die Routen führen unter anderem zur Köpenicker Altstadt, über den Müggelsee und in die Brandenburger Seenlandschaft. Wer selbst aufs Wasser will, kann sich an mehreren Stellen in der Umgebung Kanus, Kajaks, SUP-Boards oder Tretboote ausleihen. Die Dahme ist dank ihrer ruhigen Strömung auch für Anfänger gut geeignet.

Sehenswertes und Architektur

Neben den Gebäuden an der Regattastraße verfügt Grünau über weitere teils denkmalgeschützte Bauwerke: die imposante Gasanstalt von 1899, das um 1890 errichtete Hotel-Restaurant Riviera, den Alten Bahnhof Grünau am Adlergestell (um 1880), die zwischen 1904 und 1906 erbaute Friedenskirche am Don-Ugoletti-Platz sowie zahlreiche Vereins- und Wohnhäuser aus der wilhelminischen Zeit.

Wer sich eine Auszeit gönnen will, findet Ruhe auf dem 1920/21 angelegten und rund 27.500 m² großen Waldfriedhof Grünau an der Rabindranath-Tagore-Straße, der auch vom Kablower Weg aus Richtung Bohnsdorf zugänglich ist.

Verkehrsanbindung

Grünau ist über den S-Bahnhof Grünau mit den Linien S8 und S46 an das Berliner S-Bahn-Netz angebunden. Über das Adlergestell - mit knapp 12 km die längste Straße Berlins - ist der Ortsteil auch für Autofahrer gut erreichbar. Vom S-Bahnhof führt die Wassersportallee in wenigen hundert Metern zum Dahme-Ufer, das mit der Fähre F12 überquert werden kann. Auf der anderen Flussseite, in der Ortslage Wendenschloss, gibt es ebenfalls Badestellen. Und natürlich gibt es im Ortsteil Grünau viele Fans vom 1. FC Union Berlin so wie im ganzen Bezirke in Berlin.

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