Bezirk Neukölln

Bezirk Neukölln
Blick über Berlin Neukölln. Foto: © Emma Arnold - stock.adobe.com

Der Stadtbezirk Neukölln erstreckt sich ca. von der Stadtmitte bis an den südlichen Stadtrand und grenzt an den brandenburgischen Landkreis Dahme-Spreewald. Der Bezirk hat eine lange und interessante Geschichte und ist somit durchaus einen Besuch wert.

Der Stadtbezirk Neukölln: die "Bronx von Berlin"?

Bis zum Jahr 1912 hieß das heutige Neukölln Rixdorf. Der Bezirk ist ein Puzzle aus den Dörfern Britz, Buckow, Rudow und Rixdorf. Die ehemals ländliche Struktur bzw. die historischen Dorfkerne kann man hier allerdings kaum mehr sehen und auch nur schwerlich erahnen. Neukölln gehört zu den so genannten Problembezirken Berlins. Für Furore sorgte zuletzt der Hilfeschrei der Lehrerschaft der Rütli-Schule, die mit der eskalierenden Gewalt an der Schule allein nicht mehr fertig wurde. Rütli ist so etwas wie das neue Menetekel für Gewalt und Desintegration geworden. Auch Detlev Bucks sozialkritischer Film "Knallhart", der vom rauen Neukölln erzählt, in der die Gang das Gesetz ist, ließ den Bezirk nicht gerade an Positivimage zulegen.

Das Leben in Neukölln:

Der billige Wohnraum lockt viele sozial benachteiligte Menschen in den Bezirk. Fakt ist, dass fast jeder vierte Neuköllner arbeitslos ist, das monatliche Nettoeinkommen im Schnitt zwischen 700 und 800 Euro liegt und rund 70 Prozent der Kinder keinen oder nur einen Hauptschulabschluss schaffen (Stand 2008). Dennoch ist Neukölln auch aufgrund des bunten Multi-Kulti-Flairs, den ausländische Mitbürger unterschiedlichster Kulturkreise in den Bezirk brachten, vor allem bei Studenten, Künstlern und Intellektuellen sehr beliebt. So kam es auch, dass sich in den vergangenen Jahren in Neukölln ein beachtliches Künstler-Netzwerk gebildet hat. Neukölln nur als die "Bronx von Berlin" zu diffamieren, wäre also einseitiges Schubladen-Denken.

Dass der Bezirk ein fruchtbarer Nährboden für Kreative aller Art ist, fällt insbesondere beim jährlichen Kunst- und Kulturfestival "48 Stunden Neukölln" auf, wenn zwei Tage lang an unzähligen Orten hunderte von Akteure in einer großangelegten Leistungsschau ihr Schaffen präsentieren. Hier zeigt sich, dass die niedrigen Mieten und die vielen leerstehenden Fabriketagen auch ihr Gutes haben, denn hier kann sich eine lebendige alternative Kulturszene entwickeln. Die ist zwar nicht ganz so smart wie die der tendenziell eher gut betuchteren Prenzelberger, sondern einfacher und härter. Doch neben all den vielen subkulturellen Strömungen hat auch die etablierte Kultur ihren Platz in Neukölln: die Neuköllner Oper und die Galerien im Körnerpark sind dafür die prominentesten Beispiele.

Wichtige Einkaufsmöglichkeiten in Neukölln

Im Stadtbezirk Neukölln gibt es viele gute Einkaufsmöglichkeiten! Neben Supermärkten und Discountern locken auch große Einkaufscentren, Möbelhäuser und Baumärkte.
Einige wichtige Einkaufsmöglichkeiten möchten wir Ihnen hier vorstellen:

Der Bezirk Berlin Neukölln - Multi-Kulti pur?

Ob das vielbeschworene Multi-Kulti-Ideal in Neukölln allerdings aufgeht, ist fraglich. Doch wo tut es das in Berlin schon jenseits des "Karnevals der Kulturen" tatsächlich? Immerhin war es der Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky, der den vielzitierten Satz fallen ließ: "Multikulti ist gescheitert".
Bewerten kann das natürlich jeder, wie er will. Vertreten ist er zumindest in Neukölln - der bunte Kulturenmix. So ist z.B. die Sonnenallee fest in arabischer Hand. Ein Hauch Marokko liegt in der Luft. Die fremden Schriftzeichen auf den Läden, aus denen vielerorts süßlicher Wasserpfeifengeruch dringt, sind für die meisten Berliner nicht zu entziffern. Während die Weisestraße den letzten Kiezküchen-Autonomen gehört, wird das Gebiet um die Hasenheide zunehmend von schwarzafrikanischen Geschäften erobert und die Hermannstraße, die gehört den Türken. Auch wenn zwischen all den bunten Flecken, die gemeinsam den Bezirk ausmachen, so mancher das wahre Multikulti nur an wenigen Stellen findet, so hat Buschkowsky neben seinem damaligen Multikulti-Zitat auch schon einmal einen mindestens genauso wahren Satz gesagt. Gegenüber der Morgenpost resümierte er stolz: "Neukölln ist mehr als nur die Summe seiner Probleme!"

Die Ortsteile und Kieze vom Bezirk Neukölln:

Sehenswertes in Neukölln

Der Bezirk Neukölln hat aber auch seine schönen Seiten. Es gibt interessante Sehenswürdigkeiten wie das Böhmische Dorf oder die Britzer Mühle, die etwas von der Geschichte des Bezirks erzählen, aber auch Parks wie den Volkspark Hasenheide, in denen sich die Neuköllner erholen können. Ein jährliches Highlight in Neukölln ist u.a. der Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt.
Text: A.K. / Stand: 10.08.2019

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