Berlin Stralau: Schatzinsel für Berlins Immobilienwirtschaft

Fast kann man ihn dort vergessen, den Berliner Großstadtrummel: die Halbinsel Stralau nahe Friedrichshain ist ein malerisches Fleckchen zwischen Rummelsburger See und dem Hafen am Treptower Park.
Berlin Stralau
Blick auf den Ortsteil Stalau in Berlin
Foto © Heinrich
Als das heute älteste Bauwerk wurde 1464 die Stralauer Dorfkirche eingeweiht.

Erstmals urkundlich genannt wird das Fischerdorf Stralau im Jahr 1288. Ein kleines Fischerdorf blieb es auch über Jahrhunderte hinweg. Erst als es Ende des 18. Jahrhunderts durch sein traditionelles Volksfest, den "Stralauer Fischzug", als Ausflugsziel für die Berliner immer mehr an Popularität gewinnt, ist es mit der Einsamkeit vorbei. Zwar ist nicht bekannt, seit wann es das Volksfest bereits gibt, denn schriftlich erwähnt wurde es erst 1780. Festtag war traditionell der 24. August, der Bartholomäustag. Seit 1574 war das der Tag, an dem laut Edikt des Kurfürsten Johann Georg die Schonzeit der Fische endete und wieder mit Großgarn gefischt werden durfte. Man kann sich vorstellen, was es für ein gerade einmal rund 100 Einwohner großes Dorf bedeutete, als an diesem Tag stets viele tausend Besucher einfielen. 1841 etwa sollen es 50 000 Besucher gewesen sein. Schon damals gab es viele Gäste, die ein solches Fest zum Anlass nahmen, um so richtig die Sau raus zu lassen. Immer häufiger eskalierte der "Stralauer Fischzug" in Gewalt oder orgiastisches Getümmel. Der königliche Hof blieb ihm deshalb seit 1846 fern. 1873 wurde das Volksfest verboten.

Berlin Stalau - ein Idyll


Einwohnertechnisch hatte Stralau zu diesem Zeitpunkt - zumindest für seine Verhältnisse - stark zugenommen. Zählte das Dorf 1817 noch 76 Einwohner, hatte sich die Einwohnerzahl innerhalb von 40 Jahren bis 1855 auf 143 verdoppelt.
Grund dafür war unter anderem die Tatsache, dass 1842 die Chaussee von Berlin ausgebaut worden war. Rudervereine wählten Stralau zu ihrem Sitz, als erster 1835 die Tavernegesellschaft. Mit zunehmender Industrialisierung ließen sich zwischen 1880 und 1900 zahlreiche Betriebe in Stralau nieder. Die Teppichfabrik Protzen, die Berliner Jutespinnerei und Weberei und die Rengert Palmkernöl- und Schwefelkohlenstoff-Fabrik waren die ersten Ansiedlungen. Wenige Jahre später folgten die Asphalt-Fabrik, die Schaarschuhsche Brauerei (später Engelhardt), die Mörtelwerke Weidner, die Maschinenfabrik Grauert, die Stralauer Flaschenfabrik (später Glashütte) und die Bootswerft von Deutsch. Durch den Zuzug von Arbeitskräften expandierte das ehemalige Dorf zu einer Kleinstadt. Mietshäuser wuchsen empor und verdrängten die Fischerhöfe.1910 waren in Stralau bereits 4127 Einwohner gemeldet.

Nach dem 2.Weltkrieg, der auf der Stralauer Halbinsel besonders verheerend wütete, versank der mittlerweile zu Berlin gehörende Ortsteil ins Abseits. Fast alle Industrieanlagen, aber auch die Wohnungen waren zerstört. Halten konnten sich in der Nachkriegszeit nur eine handvoll Kombinate wie z.B. das Stralauer Glaswerk und die Engelhardt-Brauerei. An Aufbauarbeit wurde unter dem DDR-Regime nicht allzu viel geleistet. In den Plänen des Stadtbezirksbauamtes Friedrichhain tauchten zwar 1959 beziehungsweise 1962 Vorhaben wie z.B. eine Mischung von Parklandschaft
mit Uferpromenade, zwei- bis dreigeschossiger Wohnbebauung, Sportanlagen, Restaurants und Arbeitsstätten auf, jedoch wurde davon nicht viel umgesetzt. Nach dem Fall der Mauer wurden die vorhandenen Industriekombinate dicht gemacht.

Heute mausert sich die Stralauer Halbinsel wieder zu einem bürgerlichen Idyll. Einst als Olympisches Dorf bei der Olympia-Bewerbung Berlins im Jahr 2000 geplant, entwickelt sich die Insel am Spreeufer zu einem Wohn- und Ausflugsparadies. Die denkmalgeschützten ehemaligen Industriebauten sollen zu Lofts, Büros und Gaststätten umgebaut werden. Bis 2015 soll der letzte Bauabschnitt des künftigen Nobelwohnstandortes abgeschlossen sein. Manche Makler wissen schon jetzt: Stralau wird dann die teuerste Wohngegend ganz Berlins sein. Text: -AK-

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