Ortsteil Friedrichshain

Letzte Aktualisierung: 18.04.2021

Der Strausberger Platz in Friedrichshain
Der Strausberger Platz im Ortsteil Friedrichshain - Foto: © flashpics - stock.adobe.com

Friedrichshain - Erholung und Party in einem

Als Ortsteil Friedrichshain wird seit 2001 jener Teil des Stadtbezirks von Berlin Friedrichshain-Kreuzberg bezeichnet, der bis dahin als eigenständiger Stadtbezirk seit der Gründung von Groß-Berlin 1920 existiert hatte. Entstanden ist der Ortsteil durch die Industrialisierung im 19. Jahrhundert, die im Osten Berlins beste Bedingungen vorfand. Einerseits war das Gebiet an der Stadtgrenze schon dicht besiedelt, andererseits gab es in Richtung Osten weitgehend unbebaute ländliche Flächen, von denen sich die Stadt Berlin in der Gebietserweiterung von 1861 große Teile sicherte. Das historische Friedrichshain ist deshalb durch die charakteristische Industriearchitektur dieser Zeit geprägt. Aus roten Backsteinziegeln und neogotischen Verzierungen wurden gleichermaßen Werkhallen, öffentliche Gebäude, Wohnhäuser und Kirchen geschaffen. Das einzige erhaltene mittelalterliche Gebäude ist die Dorfkirche von Alt-Stralau.

Die Geschichte des Ortsteil Friedrichshain

Namensgebend für den neuen Ortsteil wurde der preußische König Friedrich II., dessen Thronjubiläum sich 1840 zum einhundertsten Male jährte. Auf Anregung Peter Joseph Lennés, des großen Gartenarchitekten jener Zeit, ließ die Stadt Berlin an der Grenze zum heutigen Stadtteil Prenzlauer Berg einen Volkspark anlegen - der "Friedrichshain" lokalisierte ab 1846 die Wohngegenden der östlichen Vorstadt zwischen Alt-Stralau, Lichtenberg und Weissensee. Die öffentliche Hand trug auch zum Ausbau der Infrastruktur bei. 1847 wurde eine Gasanstalt in Betrieb genommen, 1856 das erste Wasserwerk Berlins. Bereits 1842 war der Frankfurter Bahnhof, der heutige Ostbahnhof, gebaut worden. Mit seinem späteren Anschluss an den Berliner Schienenring und dem traditionellen Osthafen an der Spree verfügte Friedrichshain über ideale logistische Bedingungen für die aufstrebende Industrie.

Arbeiterbezirk Friedrichshain

Volkspark Friedrichshain
Blick in den Volkspark Friedrichshain
Foto: © ArTo

Das beste Potenzial waren natürlich die zahlreich vorhandenen Arbeitskräfte, und so entstanden auch im Friedrichshain die berüchtigten Hinterhausbauten. Friedrichshain wurde ein echter Arbeiterbezirk. Das bewog auch große Investoren wie die Knorr Bremse AG (1904) oder Osram (1920) zur Ansiedlung. Wie wichtig der inzwischen vollständig umbaute Volkspark Friedrichshain als "grüne Lunge" des Ostens einmal sein würde, hatten die Stadtverordneten im 19. Jahrhundert nicht einmal ahnen können. Die Gruppe Silly hat dem Park in den 1980er Jahren mit ihrem ersten großen Hit ein musikalisches Denkmal gesetzt. Der Wiederaufbau des Parks nach dem Zweiten Weltkrieg wurde größtenteils durch die Verschüttung der hier errichteten Flak-Bunker mit den Trümmern aus den umliegenden Wohngebieten vollzogen. Es entstand der "Mont Klamott" mit 78 Metern Höhe. Heute ist der Volkspark Friedrichshain eines der beliebtesten Freizeitzentren Berlins.

Szeneviertel Friedrichshain

In die Bresche, die beim Einrücken der Roten Armee von Osten her in die Stadt entstanden waren, ließ die DDR-Führung eine sozialistische Paradestraße mit Neubauten im Stalin- Stil errichten. Aber nur einen oder zwei Straßenzüge weiter moderten die Gründerzeithäuser vor sich hin. In der Wendezeit fanden hier viele Alternative Wohnraum. Aus der Hausbesetzer-Szene entwickelte sich das neue Image von Friedrichshain als jüngster Ortsteil von Berlin. Das Durchschnittsalter der Bewohner liegt hier unter 30 Jahren. Kneipenmeilen wie die Simon-Dach-Straße, Flohmärkte wie der am Boxhagener Platz oder die zahllosen, z.T. anonymen Clubs machten die Gegend zwischen der Warschauer Straße und dem Ostkreuz zum neuen Berliner Szene-Bezirk. Universal Music und MTV bezogen Standortquartier am Friedrichshainer Spreeufer. Hier ist auch die East Side Gallery zu sehen, die von internationalen Künstlern bemalte ehemalige "Berliner Mauer", mit der sich die DDR vom Westen abgrenzen wollte. Die "Mauer" und die "Stalinallee" (heute: Karl-Marx-Allee) stehen heute unter Denkmalschutz.
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