Natur-Park Schöneberger Südgelände

Text: P. H. / Letzte Aktualisierung: 03.04.2020

Natur-Park Schöneberger Südgelände in Berlin
Der Natur-Park Schöneberger Südgelände befindet sich auf einem ehemaligen Rangierbahnhof - Foto: © Clarini - stock.adobe. com

Der Natur-Park Schöneberger Südgelände wurde als "weltweites EXPO-Projekt im Jahr 2000 eröffnet. Auf 18 Hektar finden sich nun Kunst, Natur und Technik im Einklang.

Trotz Corona Krise ist nach unseren Informationen der Natur-Park Südgelände zur Zeit geöffnet!
Beachten Sie die Verhaltensregeln! (Stand: 31.3.2020 / 15:00 Uhr)

Natur-Park Südgelände: Wilde Natur, vergessene Technik und moderne Kunst

Der Natur-Park Südgelände in Schöneberg vereint seit der EXPO 2000 auf der Fläche eines ehemaligen Rangierbahnhofs wildwüchsige Natur, Industriekultur und zeitgenössische Kunst. Der rund 18 Hektar große Park ist daher ein schönes Ausflugsziel für Spaziergänger, Naturliebhaber, Kunst- und Eisenbahnfreunden und bietet obendrein jede Menge einmalige Fotomotive. Trotz alledem ist er meist wenig überlaufen und gilt noch als Geheimtipp in Berlin. Wer also in zentraler Lage Ruhe in ursprünglicher Natur sucht, ist hier goldrichtig!

Urwald-Feeling mitten in Berlin

Es ist die charmante und wohl auch einzigartige Mischung aus urwaldartiger Vegetation, fast vergessener Technik und Bildender Kunst, die die Besucher anlockt. Auf den 4,2 Kilometer langen Wegen können Spaziergänger ein Areal erschließen, das Lebensraum für weit über 300 Pflanzenarten und etliche Brutvogel-, Heuschrecken-, Spinnen- und Wildbienenarten bietet. Eine Besonderheit sind die Habichtskräuter wie beispielsweise das Täuschende Habichtskraut und das Gefleckte Habichtskraut, denn diese Sorten kommen in Berlin und Brandenburg nur hier vor.

Natur eroberte sich alten Rangierbahnhof erfolgreich zurück

Dass hier so viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten vorkommen, liegt an der wechselhaften Geschichte des Ortes. Nachdem der Bahnbetrieb des alten Rangierbahnhofs Tempelhof, der Ende des 19. Jahrhunderts hier entstanden war, 1952 final eingestellt wurde, hatte die Natur die Chance, sich das Terrain nach und nach zurückzuerobern. Auf diese Weise entstanden unter anderem wertvolle Trockenrasen, Hochstaudenflure und ein urwüchsiger Wald. Ein Jahr vor der EXPO 2000 deklarierten Naturfreunde das Gelände größtenteils als Landschafts- und Naturschutzgebiet, nachdem sie sich zuvor bereits in der 1980er Jahren erfolgreich gegen Pläne gewehrt hatten, den Güterbahnhof zu reaktivieren.

Spannende Industriekultur: Von der Dampflok zur ältesten Drehscheibe Deutschlands

Relikte aus der Bahn-Ära sind nach wie vor überall im Park sichtbar und machen den Besuch auch gerade deshalb so spannend. Überall zeugen alte Wasserkräne, Lichtmasten, Schienenstränge und Weichen aus jener Zeit vor der Stilllegung des Rangierbahnhofs. Kinder wie Erwachsene freuen sich über die alte Dampflokomotive von 1940, die rund 100 Jahre alte Lokhalle und eine der ältesten Drehscheiben Deutschlands. Weithin sichtbares Wahrzeichen des Parks ist der denkmalgeschützte, 50 Meter hohe stählerne Wasserturm, der dereinst das benötigte Wasser für den Dampfantrieb der alten Loks lieferte.

Abstrakte Stahlskulpturen von "Odious" säumen den Weg

Das Ruhige und Verwilderte des Naturparks kann sehr wohltuend für die Sinne sein. Zusammen mit den Skulpturen der sechsköpfigen Künstlergruppe Odious entsteht hier ein perfekter Dreiklang aus Wildnis, Industriekultur und Bildender Kunst. Odious hinterließ ihre Spuren überall im Park: An zahlreichen Stellen sind die abstrakten Stahlskulpturen des Künstlerkollektivs zu sehen, die den wildromantischen Ort noch faszinierender machen. Von den Künstlern stammt im Übrigen auch der 600 Meter lange Stahlsteg, der durch das Naturschutzgebiet führt.

Rundwege durch den Natur-Park Südgelände

Insgesamt existieren auf dem Parkareal zwei Rundwege. Der kürzere der beiden ist etwa einen Kilometer lang und führt entlang der Industriekultur, vorbei am Wasserturm, der Drehscheibe und der historischen Dampflok. Der etwas längere Rundweg ist 2,7 Kilometer lang und leitet über einen leicht erhöhten Stahlgittersteg durch das Naturschutzgebiet. Das ist besonders reizvoll im April, wenn die ersten Obstbäume hier zu blühen beginnen und natürlich auch Ende Mai, wenn die Wildrosenblüte das ohnehin schon verwunschen anmutende Areal in eine einzige rosa Märchenlandschaft verwandelt. Im Juli schließlich erblüht die Artenvielfalt der Trockenrasen mit seinen gelben Sand-Strohblumen und den seltenen Habichtskräutern.

Adresse:
Natur-Park Schöneberger Südgelände
Prellerweg 47-49
12157 Berlin
Tel.: 030/ 700 906 - 760
Anfahrt:
S2, S25 bis Priesterweg
Bus 170, X76, 246 bis S Priesterweg

Öffnungszeiten des Natur-Park Schöneberger Südgelände

Täglich ab 9 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit geöffnet.

November - Februar: 09:00 Uhr - 16:00 Uhr
März - Oktober: 09:00 Uhr - 18:00 Uhr
April und September: 09:00 Uhr - 20:00 Uhr
Mai - August: 09:00 Uhr - 21:00 Uhr

Eintrittspreise im Natur-Park Südgelände:

  • Erwachsene: 1€
  • Kinder unter 14 Jahre: Eintritt frei

Die Eingänge zum Natur-Park Südgelände

  • Hauptzugang direkt am S-Bhf. Priesterweg, südlicher Ausgang
  • Fußgängerbrücke über die S-Bahngleise vom Hans-Baluschek-Park aus
  • Prellerweg (zwischen den Bahnbrücken)

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