Das Bayerische Viertel in Schöneberg

"Juden dürfen öffentliche Verkehrsmittel nur noch auf dem Weg zur Arbeit benutzen. 13. 9.1941", lautet die schockierende Aufschrift auf einem Schild, sobald man den
Das Bayerische Viertel
Im Rathaus Schöneberg gibt es auch eine Dauerausstellung
über das Schicksal der Juden im Bayerischen Viertel
Foto: © Katja Xenikis
U-Bahnhof Bayerischer Platz verlassen hat. 80 solcher Schilder, die über das ganze Bayerische Viertel verteilt sind, sind an Laternenpfählen angebracht. "Jüdische Kinder dürfen keine öffentlichen Schulen mehr besuchen. 15.11.1938", oder "Juden werden aus Sport-und Turnvereinen ausgeschlossen. 25.4.1933" Diese diskriminierenden Schilder gehören zum Denkmal "Orte des Erinnerns: Ausgrenzung und Entrechtung, Vertreibung, Deportation und Ermordung von Berliner Juden 1933 bis 1945".

Das Denkmal Orte des Erinnerns
Das Denkmal erinnert an die Diskriminierung, Verfolgung und die Vernichtung, die die jüdischen Bürger unter den Nazis erleiden mussten. Die Künstler Renata Stih und
Frieder Schnock entwarfen diese Schilder. Passend zum Text, befindet sich auf der Rückseite ein Bild. Der Anteil jüdischer Bürger war im Bayerischen Viertel besonders hoch. Deswegen wird das Bayerische Viertel auch "Jüdische Schweiz" genannt.

Das Bayerische Viertel erstreckt sich zwischen der Badenscher Straße und der Hohenstaufenstraße. Es entstand kurz nach der Jahrhundertwende. Entwickelt wurde das Bayerische Viertel von Salomon Haberland (1836-1914), der Gründer der Berlinischen Boden-Gesellschaft. Die Straßen wurden nach Orten in Bayern benannt, daher bekam die Gegend den Namen Bayerisches Viertel. Der Gartenarchitekt Fritz Encke (1861-1931), entwarf den Bayerischen Platz, der ursprünglich Platz Y hieß. Der Schöneberger Magistrat nannte ihn schließlich Bayrischer Platz. Seit 1909 lautet die Schreibweise Bayerischer Platz. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Bayerische Viertel größtenteils zerstört.

Albert Einstein, Egon Erwin Kisch und andere Prominente lebten im Bayerischen Viertel
Ärzte, Anwälte und andere wohlhabende Bürger ließen sich hier nieder. Aber auch Prominente liebten das Bayerische Viertel. Die Schriftstellerin Nelly Sachs (1891-1970), der "rasende Reporter" Egon Erwin Kisch (1885-1948), der Fotograf Helmut Newton (1920-2004), der Schriftsteller Walter Benjamin (1892-1940), der Psychoanalytiker Erich Fromm (1900-1980) und die Comedian Harmonists - sie alle lebten und wirkten im Bayerischen Viertel. Marcel-Reich-Ranicki (geb. 1920) ging hier zur Schule. Albert Einstein wohnte von 1918-1933 in der Haberlandstraße, die nach Salomon Haberland benannt wurde. Die Nazis nannten die Straße 1938 um, weil Haberland jüdischen Glaubens war. In den 90er Jahren bekam ein Teil der Straße ihren alten Namen zurück. Ein Denkmal erinnert an die Synagoge in der Münchener Straße, die im Krieg zerstört und in den 50er Jahren abgerissen wurde.

Dauerausstellung im Rathaus Schöneberg
Im Rathaus Schöneberg informiert die Dauerausstellung "Wir waren Nachbarn" über das Schicksal der Schöneberger und Tempelhofer Juden. Über 142 kurze und bebilderte Biografien schildern die Zeit vor, während und nach der Judenverfolgung.
Kennen Sie das Ankogelbad?

Wie man hinkommt:
U-Bahnhof Bayerischer Platz
Bus: M 46, 104

Öffnungszeiten:
Mo.-Do. 10.00-18.00 Uhr, Sa. und So. 10-18 Uhr
Eintritt frei
Text: R.H. / 19.03.2012

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